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zu nehmen, um den Kaplan zu befriedigen. „Um Jakobi 1533 ist Pfarrer Herzog jämmerlich entleibt worden“, berichtet das Jahrbuch ohne näheren Bericht über das Wo und Wie, da Kriminalfälle bei dem Klostergerichte in der Regel nicht ausgetragen wurden.

Seyfried, 1554 Kaplan in Mkt. Erlbach, behauptete, vom Abt Heberlein nur auf ein Jahr angenommen worden zu sein und wollte nun, nach Ablauf eines Jahres, wegziehen. Allein der Abt Dürner, Heberleins Nachfolger, bedeutete ihm: „ein Pfarrer werde nicht, wie ein Knecht, nur auf ein Jahr gedingt; übrigens möge er nach Stellung eines Ersatzmannes wegziehen.“ Solcher Miethlingssinn war im Reformationsjahrhundert bei den Geistlichen auf dem Klostergebiete fast allgemein und nur selten hatten die Gemeinden ein Herz für ihre Geistlichen.

Bezüglich der unaufhörlichen Zehntstreitigkeiten ist zu bemerken, daß besonders Wolf von Stetten, Anna Schenkin von Unternbibart und Wolf von Wilhermsdorf den beiden Pfarrern zu Mkt. Erlbach den Zehnten von Unterulsenbach und Wilhermsdorf verweigerten. Der Zehnt von Oberulsenbach war im J. 1510, sonach sieben Jahre vor der Reformation, für die Frühmesse von den Gebrüdern Adam und Sebastian Schenk von Schenkenstein zu Unternbibert gestiftet worden „dem allmächtigen Gott und seiner Mutter Maria zu Ehren, um Heil und Trost willen aller unserer Vorfahren seeliger Seelen. Der gegenwärtige Frühmesser Gebhard und all seine Nachfolger haben jährlich zweimal in der Messe das Volk zu ermahnen, für alle Verstorbene aus dem Geschlecht der von Schenkenstein ein Paternoster und Ave Maria zu beten.“ Diese Stiftung wurde 1553 von Frau Anna von Aw, geborne von Stetten, angefochten und reklamirt. Regenten und Räthe in Onolzbach pflichteten ihr bei und entschieden wie folgt: „Adam und Sebastian machten ihre Schenkung ohne Consens des Markgrafen, ihres Lehensherrn; sie ist daher ungiltig. Die Zehntreichung erstreckte sich nur auf den damaligen Frühmesser.“

An die Stelle des entleibten Pfarrers Herzog setzte der Abt

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 42. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/44&oldid=- (Version vom 1.8.2018)