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mit mir als ihrem von Gott vorgesetzten Seelsorger, kühlen ihr Müthlein an mir, betrüben mich in meinem hohen unvermöglichen Alter. Aber der Herr wird es ihnen auf ihren Kopf vergelten. Ich muß mich wundern, daß mir von meinen Pfarrkindern, bei welchen ich 33 Jahre her Pfarrer gewesen, solche Beschwerungen aufgedrungen werden wollen.“ Drei Jahre nach dem Tode des letzten Abts begehrten Bürgermeister und Rath von dem markgräflich gewordenen Klosteramte Heilsbronn Reparatur ihrer Kirche auf Kosten des Klosteramts; sie erhielten aber von diesem zur Antwort: „Allerdings sind die beiden Pfarrstellen und der Heilige zu Markterlbach heilsbronnische Lehen. Allein Markterlbach hat seinen Heiligen immer selbst verwaltet und den Äbten nie Rechnung darüber gestellt. Auch hat das Kloster dort keinen Zehnten, sondern andere Zehntherren, welche sonach baupflichtig sind. Das Kloster hat überhaupt von dort nichts aufzuheben und gibt vielmehr den dortigen Pfarrern Addition.“

Aus den vorstehenden Mittheilungen erhellt, daß die Zustände in Mkt. Erlbach im Reformationsjahrhundert meist unerfreulich waren. Eben so waren die dortigen Zustände vor der Reformation: dieselben Zerwürfnisse zwischen Pfarrer, Bürgermeister und Rath. Die Streitenden wählten im J. 1498 den Amtmann von Kadolzburg zum Schiedsrichter, und dieser entschied wie folgt: „Ich M. von Wolmershausen, Amtmann zu Kadolzburg, thue kund, daß Herr Jobst Gumpelshofer, Meister der sieben freien Künste (ein heilsbronner Mönch), Anwalt des Herrn Pfarrers Jobst Nußer zu Mkt. Erlbach, eines Theils und andern Theils Bürgermeister und Rath mich zum Schiedsrichter erwählt haben etc. etc.“ Der Schiedsspruch ging nun dahin: „Dem Pfarrer soll man gestatten, vier Eichelschweine ohne Zins in die Eicheln zu treiben. Er soll in der Pfarrkirche St. Jakobs Kapell zu Erlbach, in der Kapell zu Clausaurach die wöchentlichen Messen fleißig halten, für eine Taufe 7 Pfennige, für ein Seelengered 72 Pfennige erhalten, und nicht mehr. Dem Meßner soll er das Gras auf dem Kirchhofe folgen lassen etc. etc.“ Dergleichen Zerwürfnisse und Schiedssprüche kamen in Markterlbach

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 45. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/47&oldid=- (Version vom 31.7.2018)