Seite:Georg Muck - Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2).pdf/471

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So war alle Habe verloren. Ich habe nichts, als wie ich stehe und gehe und nichts gerettet, als etliche amtliche Papiere. Die Registratur ist verloren. Die Absicht war, den ganzen Altmühlgrund zu verheeren, damit der Feind sich nicht halten könne. Nur 25 meist kleine Zimmer blieben stehen, 91 brannten ab, darunter die Kirche mit Thurm, das Pfarr-, Rath- und Amthaus. Stehen blieb das Schulhaus, in welches der Pfarrer ziehen will, der nur zwei Bücher gerettet hat.“ Nach Jahresfrist berichtete der Verwalter Krebs von Heilsbronn unt. 19. Febr. 1649: „Gnädigster Fürst! Nachdem ich jüngst zu Merkendorf gewesen, um etwas von den Gefällen zu erhalten, da hab ich solchen Jammer und Armuth gefunden, so ihnen durch Einquartierung zweier Königsmarkischer Regimenter und darauf entstandenen Brand, dann darauf im Herbst abermal erfolgte Wrangelische Einquartierung, bei welcher sie um all ihr eingeheimstes Getreid gekommen, zugefügt, daß eine christliche Condolenz mit ihnen zu haben und vielmehr zu geben, als das Wenigste von ihnen zu fordern gewesen.“ Hierauf verfügte der Markgraf, daß den Abgebrannten mit 300 Thalern geholfen werde, in specie dem Vogt Keck mit 50. Aus dem dem Kloster zinsbaren, gleichfalls abgebrannten Brauhause war schon früher der Kessel geraubt, zerschlagen und in Feuchtwangen an Juden verkauft worden, welche aber auf fürstlichen Befehl 25 Thaler vergüten mußten. Wegen Mangels an Subsistenzmitteln konnte die Kaplanei während des Krieges nicht besetzt werden; daher mußte der Pfarrer Venediger das Filial Hirschlach mit versehen unter Beihilfe seines Schwiegersohnes Röger. Nach Venedigers Tod (1668) schlug der Verwalter Stör von Heilsbronn vor, die Kaplanei ganz eingehen zu lassen, was aber nicht genehmigt wurde. „Venediger ist 1634 nach Merkendorf kommen, hat daselbst in diesem Kriegswesen Plünderung, Hunger und Gefängniß ausgestanden und ist durch Feuersbrunst um allen Hausrath, Haus und Hof und die Pfarrbibliothek kommen.“


34. Mörlach,

Weiler bei Herrieden. 1374 kaufte dort der 19. Abt Arnold für

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 469. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/471&oldid=- (Version vom 1.8.2018)