Seite:Georg Muck - Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2).pdf/480

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

stand ein Birnbaum, welchen der seckendorfische Vogt zu seinem Garten zog und miteinzäunte. Ferner umzäunte der Vogt einen Weiher beim seckendorfischen Schloß und dem Kirchlein, so daß die heilsbronner Unterthanen ihr Vieh nicht mehr dort tränken konnten. Auf des Abts Befehl kam der heilsbronnische Vogt Hanemann von Merkendorf mit 30 Mann und riß den Zaun nieder, wobei er viele Scheltworte von der Frau des seckendorfischen Vogts hinnehmen mußte. Die großbegüterten heilsbronner Unterthanen hatten bisher den kleinbegüterten seckendorfischen Unterthanen die Felder bestellt, was ihnen aber nun vom heilsbronner Vogt verboten wurde. Der Abt verbot seinen Unterthanen, Zechen, Kindschenken und Hochzeiten beim seckendorfischen Wirth zu halten und den seckendorfischen Unterthanen Frohnen und Dienste zu leisten, wie sie bisher aus Gutwilligkeit gethan hätten. Acht Jahre nach diesem Verbot starb der Abt, worauf alles Heilsbronnische in und um Triesdorf dem Markgrafen Georg Friedrich zufiel, welcher alles Seckendorfische in und um Triesdorf, auch das Schloß, kaufte. Dadurch verminderten sich die Konflikte. Sechs Jahre nach dem 30jährigen Kriege begannen unter dem Markgrafen Albrecht die Arbeiten am Thiergarten, welchem auch heilsbronnisches Areal einverleibt wurde, wofür fortan der jeweilige Markgraf jährlich 1 Sra. 2 Mz. Korn und 31 Kreuzer 1 dl. an das Klosteramt Heilsbronn entrichtete.


52. Waizendorf,

Weiler bei Eschenbach, mit nur einem heilsbronnischen Anwesen.


53. Wasserzell,

Weiler bei Spalt. Berth. Holzschuher verkaufte dort i. J. 1366 an den 19. Abt Arnold die Gefälle von vier Anwesen, darunter die Mühle, laut Kaufbrief, ausgefertigt vom Schultheiß Gender in Nürnberg und seinem Schöffen. Zwei Jahre darauf haderten der heilsbronnische Mühlbesitzer Widman und ein Hintersasse des Stifts Spalt wegen des Wehrs und wegen eines zur Wiesenwässerung angelegten Schöpfrades. Der zum Schiedsrichter

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 478. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/480&oldid=- (Version vom 1.8.2018)