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Kelheim zahlte wieder. Laut Pergamentbrief von 1471 versprach der Pfarrer Lebenter, „des Klosters Diener zu sein und jährlich an Martini 25 Pfund im heilsbronner Hof zu Nürnberg zu erlegen.“ So geschah es auch mehrere Jahre lang, bis der Herzog Ludwig den Stand der Dinge gewaltsam änderte. Er besetzte 1503 nach Lebenters Tod die Pfarrstelle ohne Rücksichtnahme auf Heilsbronn und ließ den Neuernannten vom Bischof in Regensburg investiren. Der Neuernannte, Joh. v. Wirsberg, Domherr in Regensburg und Doktor der Rechte, wohnte nach wie vor in Regensburg, bezog zwar die Pfarreinkünfte von Kelheim, ließ aber an seiner Stelle einen von ihm besoldeten Vikar dort fungiren. Er verweigerte dem Kloster jegliche Zahlung, wie er selbst schrieb, vom Herzog zur Zahlungsverweigerung aufgefordert. Das Kloster wendete sich an den Markgrafen Friedrich von Onolzbach, dieser an den Herzog Albrecht in München, welcher von Wirsberg Bericht verlangte. Wirsberg berichtete darauf unt. 29. Sept. 1505 an den Herzog: „Das Kloster hat die 25 Pfund nicht zu fordern und kann auch die Rechtmäßigkeit der Forderung nicht nachweisen. Daher haben auch schon frühere Pfarrer diese schwere Zahlung verweigert. Auf des Abts bloß mündliche Versicherung gehe ich nicht. Ich habe von ihm Mittheilung seiner Inkorporation verlangt, worauf er mir gen Feuchtwang einen ganz unförmlichen Brief geschickt, worin keine päpstliche Bullen beschrieben sind. Ich bin ihm erbötig des Rechts. Er findet mich hier in Regensburg, er findet mich in Rom; wo er will, will ich ihm des Rechtens sein; aber ich will mich in keinem Weg in gütliche Handlung verfassen lassen.“ Allein der Herzog Albrecht, dem die von Wirsberg angedeuteten Beweisstücke vorgelegt wurden, trat auf des Klosters Seite und schrieb d. d. München, 9. Oktober, an den Bischof zu Regensburg: „Wir haben euch schon früher angezeigt, daß unsere Vorfahren, die Fürsten in Bayern, die Pfarr Kelheim dem Gotteshaus zu Heilsbronn zu Lehen gegeben und inkorporirt haben. Ihr wollet daher nicht gestatten, daß euer Domherr Wirsberg seine schuldige Pension dem Kloster verweigere und sich unterstehe, sein selbst Richter zu sein. Wollet daher

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 561. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/563&oldid=- (Version vom 1.8.2018)