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Zehnten. Reichnisse für Seelenmessen, welche nach Einführung der Reformation cessirten, wurden ihm von den Heiligenpflegern in Dambach und Lentersheim verweigert. Daß er von keinem reformatorischen Hauche angeweht war, erhellt aus den Verhandlungen zwischen ihm und den Äbten. Er bat den Abt Wagner, sein Einkommen zu bessern, entweder durch 20 fl. baar, oder durch Überlassung eines Drittels vom Dambacher Zehnten; könne ihm diese Bitte nicht gewährt werden, so möge der Abt ihm 60 fl. vergüten, welche er, um die Pfarrstelle zu erhalten, habe geben müssen; würde ihm auch Dieses nicht gewährt, so müßte er sich weiter beschweren. Auf dieses „trutzige Gesinnen“ antwortete ihm der Abt mündlich: „Wie es scheine, so habe er die Pfarrei auf Berufung durch die Gemeinde erkauft; wäre sie ihm nicht mehr gefällig, so möge er sie wieder verkaufen; eine Addition bekomme er nicht. Und wie er darauf ganz trutziglich und üppiglich abgeschieden, ließen sich sein Gnaden (der Abt) vernehmen: Wenn sie Einem dieß Orts etwas wollten addiren, so gedächten sie es Einem zu thun, mit dem das Volk versehen und der keine solche volle Sau wäre. Hätte er gütlich angesucht, so wäre ihm gnädigere Antwort gegeben worden.“ Zwei Jahre darauf erneuerte er sein Gesuch bei dem folgenden Abt Greulich, welcher sein Gesuch um ständige Addition gleichfalls abwies, ihm jedoch etwas Geld und Getreide, dazu einen schwarzen Rock von dem verstorbenen Konventualen Purkel schenkte mit dem Bedeuten: für etliche Jahre nichts mehr zu fordern, „wozu er sich auch bereit erklärte und dann von Heilsbronn heim ging.“ Der nachfolgende Pfarrer P. Brunner hatte während seines vierjährigen Weilens auf der kärglichen Stelle dieselben Kämpfe über den Klein-, Obst- und Blutzehnten mit seinen Parochianen, die ihn überdieß zur Nachtwache und andern Diensten anzogen. Nach ihm verlieh der Abt Wirsing die Stelle dem Martin Killing, welcher aber gleichfalls schon nach vier Jahren wegzog, indem er dem Abt erklärte, daß er sich mit Weib und Kind nicht nähren könne. Da er aber mehr mitnehmen wollte, als ihm gehörte, so protestirte die Gemeinde gegen seinen Wegzug. Der Abt vermittelte die Sache,

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 63. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/65&oldid=- (Version vom 1.8.2018)