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Abdias jacet hic, qui vir? cui nostra tulerunt
Secula perpaucos arte fideque pares.

An der Wand neben der Sakristeithür hing Wickners Gedächtnißbild, die Verklärung Christi darstellend, darunter die Portraitbilder Wickners, seiner beiden Frauen und seiner Kinder. Ueber dem Bilde zehn lateinische Verszeilen, hinweisend auf die Verklärung Christi. Unter dem Bilde sieben lateinische Verszeilen zum Gedächtniß Wickners. Rechts von dem Bilde Lebenslauf in lateinischer Sprache, unter Hervorhebung seiner ausgezeichneten Eigenschaften. Links von dem Bilde die Namen seiner beiden Frauen: Elisabetha, geborene Kalteis, gestorben 1593, und die noch lebende: Justina, geborene Oberländer, Spitalmeisterstochter aus Ansbach; ferner, daß er 4 Söhne und 5 Töchter hatte. Dann folgen in deutscher Sprache zwanzig gereimte Zeilen, worin die Wittwe ausspricht, was der Verlebte ihr und ihren Kindern war. Die Wittwe kaufte ein Anwesen für 553 fl., verkaufte es aber gegen den Anfang des 30jährigen Krieges. Das ebenbeschriebene Gedächtnißbild war nach dem Dafürhalten und Geschmack eines der oftgedachten Kopisten „ein recht schönes“.


5. Johann Mehlführer,

der fünfte und letzte Titularabt, von 1611 bis 1631, der Sohn armer Eltern, geboren in Kulmbach 1570, studirte und magistrirte in Wittenberg, wurde, wie die früheren Titularäbte, Pfarrer in Ansbach, dann Generalsuperintendent daselbst, hierauf Abt in Heilsbronn, flüchtig mit dem ganzen Lehrer- und Schülerpersonal während des 30jährigen Krieges, endlich Stadtpfarrer in Ansbach, wo er 1640 starb. Er war, wie auch die Titularäbte vor ihm, sehr kenntnißreich und schrieb einige kleinere, besonders exegetische Schriften. Als Beweis seiner Sprachgewandtheit führt man an, daß er am 21. April 1628 beim Examen der Fürstenschule eine lateinische Rede memoriter recitirte. Diese Rede hatte zum Gegenstand den Bischof Otto von Bamberg, welcher vor 496 Jahren das Kloster gründete. Im Eingang heißt es: „Heute ist der Geburtstag unseres Klosters, der Tag seiner Weihe

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/14&oldid=- (Version vom 1.8.2018)