Seite:Georg Muck - Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3).pdf/280

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Ausbau, welcher auch während der neuesten Restauration als Gottesdienstlokal benützt wurde. Der Pfarrer Heidenreich verkündete daher am 1. Juli 1770 von der Kanzel: „Die Klosterkirche ist seit der Reformation zum evangelischen Gottesdienst gebraucht worden und die ordentliche Pfarrkirche gewesen. Nachdem aber 1709 an derselben eine Reparatur angefangen worden, so wurde die Katharinenkapelle der Gemeinde einstweilen eingeräumt, welche vorher über anderthalbhundert Jahre öde gestanden war. Da nun aber der Dachstuhl baufällig worden, so haben S. F. Durchlaucht resolvirt, daß die große Kirche nunmehr wirklich soll aptirt werden. Da aber zur Verringerung der Kosten das noch taugliche Holz und Stühle dieser Kirche zur Herstellung der andern soll verbraucht werden, so ist nöthig, daß wir diese Kirche fördersamst räumen.“ Gabrielli hatte bereits die Kanzel bei Nr. 151, die Orgel bei Nr. 153 angebracht; allein Kanzel und Orgel erhielten nun eine ganz andere Stelle, da Gabrielli’s Plan verworfen, das Innere der Kirche nach dem Plane des nunmehrigen Bauinspektors Bruckner in folgender Weise umgestaltet und verunstaltet wurde:

Man zog zwei Mauern ein, von Nr. 147 nach Nr. 151 und von Nr. 145 nach Nr. 150, theilte den dadurch gebildeten Zwischenraum in zwei Stockwerke, brachte zu ebener Erde bei Nr. 148 den Altar an, darüber die Kanzel, über der Kanzel die bis an die Decke reichende Orgel, hinter der Orgel die Blasbälge, hinter dem Altar die untere, hinter der Kanzel die obere Sakristei. Dabei wurden die Balken in das Einweihungsbild bei Nr. 150, welches man bereits übertüncht hatte, schonungslos eingetrieben. Der ansbacher Hofmaler Liebhard malte i. J. 1772 das jetzt bei Nr. 155 befindliche Altarblatt: eine mittelmäßige Kopie der allbekannten Kreuzabnahme von Rubens. Eine dritte, bis an die Decke reichende Mauer wurde von Nr. 72 nach 93 eingezogen, an deren Westseite das ursprünglich bei Nr. 72 befindliche riesige Gedächtnißbild Georg Friedrichs und seiner beiden Frauen angebracht, an der Ostseite aber eine Emporkirche, zwei weitere Emporkirchen bei Nr. 133 und 153. Durch Errichtung dieser drei

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 278. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/280&oldid=- (Version vom 1.8.2018)