Seite:Georg Rusam - Entstehung und Entwicklung der Urpfarrei Sachsen bei Ansbach.pdf/5

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Entstehung und Entwicklung
der Urpfarrei Sachsen bei Ansbach.
Von Kirchenrat Rusam in Ansbach.

 Über die Gründung der Pfarrei Sachsen bei Ansbach wie auch über ihre älteste Geschichte besitzen wir zwar keine schriftlichen Urkunden, aber es sind verschiedene Tatsachen vorhanden, die uns erlauben, die entsprechenden Schlüsse zu ziehen.

 Daß es sich bei Sachsen um eine Urpfarrei – dies Wort im strengsten Sinn genommen – handelt, ergibt sich vor allem aus dem gewaltigen, noch historisch nachweisbaren Umfang der Pfarrei in alter Zeit. Noch heute erstreckt sich der Pfarrbezirk über 11, zumeist freilich nur kleine Dörfer, von denen aber mehrere 4–7 km vom Pfarrsitz entfernt liegen. Doch ist das nur ein dürftiger Überrest der einstigen Parochialherrlichkeit. Ehedem zählten noch dazu die heutigen Pfarrbezirke: Lichtenau, von wo die Toten noch bis 1788 im Friedhof zu Sachsen beigesetzt wurden; Brodswinden, das erst 1467 einen eigenen Kaplan erhielt; Immeldorf, erst 1453 mit einem eigenen Frühmesser bedacht; Petersaurach, in einer Urkunde von 1312 ausdrücklich als „filialis parochiae in Sachsen“ (Tochtergemeinde der Pfarrei in Sachsen) bezeichnet; Neuendettelsau, ursprünglich Filiale von Petersaurach, erst 1403 von dort abgetrennt. Ferner sind verschiedene Ortschaften zu nennen, die vor 1–200 Jahren in andere Pfarreien überwiesen wurden: Bammersdorf, das 1740 zu Merkendorf kam, Untereichenbach, das 1808 zu Eyb geschlagen wurde, und Külbingen, das im gleichen Jahre Vestenberg zugewiesen wurde. Das gibt zusammen einen Umfang von nahezu 50 Ortschaften, ohne die Weiler, Mühlen und Einzelhöfe.

 Die Pfarrei besaß in Bechhofen bei Windsbach einen großen Zehnten, der aller Wahrscheinlichkeit nach zur ursprünglichen Besoldung der Pfarrei gehörte. Bechhofen aber ist heute noch ein Bestandteil der Pfarrei Neuendettelsau, zählte also zum Urbezirk der Pfarrei Sachsen; der Zehnte ist somit ein neuer Beweis für die Zugehörigkeit dieses Ortes zur Urpfarrei Sachsen, die sich so im Rezattal abwärts bis nahe an Windsbach erstreckte. Aber auch talaufwärts scheint sich der Pfarrbezirk bis dicht vor Ansbach hin erstreckt zu haben. Denn auch in Eyb hatte die Pfarrei von