Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/11

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

1. Die Landschaft

 Die Pfarrei Sachsen liegt auf der breiten Keuperplatte, die sich über den größten Teil von Mittelfranken ausdehnt, von dem Fuß des Frankenjura im Osten und Süden sanft ansteigend bis zu dem Steilabfall im Westen gegen Rothenburg, Burgbernheim, Windsheim und Scheinfeld. Es ist ein welliges, von mäßigen Talsenkungen durchzogenes Gelände, das sich zwischen 300 und 500 Metern über dem Meeresspiegel erhebt. Der Boden besteht innerhalb des Pfarrgebietes durchweg aus „Keuper“, d. h. aus jener bunten Mischung und Schichtung von Sandsteinen, Letten und Geröllen, wie man sie in Steinbrüchen, an Hohlwegen und bei jedem tieferen Erdaushub wahrnehmen kann, bald in grauen, bald in gelben, braunen, bläulichen und anderen Farben übereinander lagernd. Der Erdforscher erkennt aus diesen Schichten und Lagen, daß einst in Urzeiten das Meer über die Gegend hinflutete und in langen Zeiträumen den von da und dort hereinströmenden Schlamm mit seinem Geröll und Geschiebe absetzte und so den bald weichen und gründigen, bald felsigen und sandigen Boden bildete. Daraus erklärt sich die so unterschiedliche Fruchtbarkeit des Bodens, nicht nur bei den einzelnen Ortschaften, sondern auch innerhalb der betreffenden Flurbezirke. Sie ist im allgemeinen besser in den Talgründen als auf den Höhen, besser auf lehmigem als auf sandigem Gelände. Auf der Höhe macht sich gern der Blasen-Sandstein bemerkbar, während an den Hängen die sogenannten Lehrberg-Schichten hervortreten und in den Tälern angeschwemmter Boden sich findet. Ein besonders fester Sandstein in starker Lage erscheint bei Lichtenau, wie auch in dem Tal zwischen Milmersdorf und Herpersdorf. Aus den dortigen Steinbrüchen wurde seit Jahrhunderten das Baumaterial für die ganze Umgegend, teilweise sogar für die Stadt Ansbach gewonnen. Eine allerdings recht magere Kalksteinschicht zeigt sich am südlichen Talrand zwischen Rutzendorf und Lichtenau und ebenso am nördlichen Rand zwischen Sachsen und Alberndorf. Die dort liegenden Grundstücke heißen heute noch „Kalkofen“-Äcker und -Wiesen, ein Beweis dafür, daß dort ehedem Kalk in besonderen Ofen gebrannt wurde. Den Ofen bei Rutzendorf betrieb, wie aus der Geschichte bekannt ist, die nürnbergische Herrschaft in Lichtenau, den anderen wohl die markgräfliche Regierung in Ansbach. Es war das für jene Zeit ein hochwichtiger Betrieb, da man sonst den Kalk viele Stunden weit hätte herbeiführen müssen. Die an den beiden genannten Orten, besonders zwischen Rutzendorf und Lichtenau, noch deutlich erkennbaren Schutthalden bilden eine Hinterlassenschaft dieser Kalköfen.