Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/12

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 Zahlreiche Flüsse und Bäche durchziehen die große Keuperplatte. Der Hauptfluß für unser Gebiet ist die Fränkische Rezat, die bei Oberdachstetten entspringt, durch die Hauptstadt Ansbach fließt, dann ostwärts zieht, bis sie bei Georgensgmünd mit der Schwäbischen Rezat vereinigt die Rednitz bildet, deren Gewässer nordwärts zum Main und weiterhin durch diesen zum Rhein und zur Nordsee strömen. Als bedeutendere Orte an der Rezat sind nach Ansbach noch Lichtenau, Immeldorf, Windsbach und Spalt zu nennen. Der alte Name für den Fluß lautet „Rehtradenza“ = „Rechte Rednitz“ und gibt damit seinen Zusammenhang mit diesem Flusse, der Rednitz, zu erkennen. Innerhalb unseres Pfarrbezirkes münden in die Rezat der von Brodswinden und Deßmannsdorf herkommende Silberbach, der bei Steinbach in die Rezat fällt, dann der von Ratzenwinden und Wolfartswinden kommende Büchenbach, weiter bei Rutzendorf der Weickershofer Bach. Der Zandtbach hat seinen Ursprung bei Zandt und fließt bei Schlauersbach in die Rezat. Von der Nordseite kommt der Erlbach bei Sachsen und Volkersdorf, dann der Milmersdorferbach, der bei Lichtenau von der Rezat aufgenommen wird. Sowohl an der Rezat wie an den Seitenbächen sind mehrfach Mühlen entstanden.

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 Das ganze Keupergebiet war noch vor 2000 Jahren und einige Zeit darüber hinaus mit Wald bedeckt. Freilich war es kein Wald in unserem Sinne, mit hochkultiviertem Forstbetrieb; eine wirtschaftliche Pflege des Waldes gibt es ja überhaupt erst seit etwa 200 Jahren. In alter Zeit wuchs alles wild durcheinander, bald in dichter Urwaldwildnis, bald in lichten Beständen mit viel Unterholz und leeren Grasflächen, bald auch in offener Heide mit wenig Gebüsch und dürrem Unkraut. Noch jetzt geben viele Orts- und Flurnamen Kunde davon. Wenn wir von „Lohe“ hören, z. B. von der „Keferlohe“ zwischen Oberrammersdorf und Ratzenwinden, oder von dem Ort „Langenlohe“, so haben wir uns an diesen Stätten ursprünglich einen ganz lichten Wald mit wenig Baumgruppen, aber ziemlich Graswuchs vorzustellen. Wir finden solche Lohen gern an feuchten, oft auch sumpfigen Stellen. Das gilt allerdings nicht von der „Kefer“-Lohe, denn das alte deutsche Wort „Kefer“ bedeutet soviel wie Kies, Sand, also hier einen schlechten Untergrund mit geringem Graswuchs. Auf „Lohe“ weisen auch noch die Namen: „Lochwiesen“ bei Neukirchen, „Lochäcker“ bei Volkersdorf und Oberrammersdorf, „Löchel“ und „Fürstenlohe“ bei Herpersdorf. In eine ähnliche Richtung führt uns die Bezeichnung „Struth“ oder „Strüth“, die eine mit viel Buschwerk bewachsene, auch oft feuchte und grasbestandene Fläche bedeutet. Wir denken dabei an den Ort „Strüth“ bei Ansbach, an den „Strüthhof“ zwischen Rutzendorf und Oberrammersdorf,