Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/135

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auch zu offenen Fehden ausarten konnten, haben wir schon bei der Darstellung der „alten Kriegsläufte“ gesehen (Krieg des Albrecht Achilles gegen Nürnberg, und Krieg des Markgrafen Kasimir gegen die Stadt).

 Hier sei nur noch einer besonderen Fehde gedacht, der des Markgrafen Albrecht Alcibiades gegen die Bistümer Bamberg und Würzburg und gegen die Reichsstadt Nürnberg. Albrecht, dem nach einem griechischen Helden der Beiname „Alcibiades“ gegeben wurde, war eigentlich kein Ansbacher, sondern ein Bayreuther Markgraf. Er hatte im Schmalkaldischen Krieg eine nichts weniger als rühmliche Rolle gespielt, indem er bald auf seiten des Kaisers, bald gegen ihn kämpfte. Als sich dieser Krieg südwärts zog, blieb er zurück und setzte in Franken und hernach in Mitteldeutschland den Krieg auf eigene Faust fort. Er brandschatzte die beiden genannten Bistümer, die sich mit hohen Geldsummen loskaufen mußten. Dann wandte er sich gegen Nürnberg, wo er das Landgebiet in barbarischer Weise verwüstete, bis ihm die Stadt ebenfalls eine außerordentlich hohe Summe bezahlte. Bei diesen seinen Streifzügen kam er am 4. Mai 1552 auch vor Lichtenau. Da die Festung mit Geschütz und Proviant wohl versehen war, verweigerte der Pfleger Ludwig Schnödt die Übergabe. Aber der Markgraf ließ das Haus des Pflegers im Markt durchsuchen, wobei man den einzigen Sohn Schnödts fand. Nun ließ der Markgraf am 5. Mai eine neue Aufforderung zur Übergabe der Festung ergehen mit der Drohung, wenn Schnödt die Festung nicht sofort übergebe, werde er seinen Sohn vor seinen Augen aufhängen und sein Haus im Ort plündern und niederbrennen lassen. Schnödt ließ sich wirklich einschüchtern und übergab die Feste ohne jede Gegenwehr. Hernach ließ der Markgraf ganz Lichtenau von seinen Soldaten plündern und verbrennen, mit Ausnahme des dem Pfleger Schnödt gehörigen Hauses und der Kirche. Die übrigen Orte um Lichtenau scheint er verschont zu haben, wohl mit Rücksicht auf seinen Vetter, den Markgrafen von Ansbach. Schnödt wurde dann von der Stadt Nürnberg des Landes verwiesen und sein Vermögen eingezogen (1555).


4. Die preußische Regierung

 Schon im Oktober 1791 waren die Verhandlungen des letzten Markgrafen Alexander mit dem König Friedrich Wilhelm II. von Preußen wegen Abtretung der beiden Fürstentümer Ansbach und Bayreuth soweit gediehen, daß von Berlin aus der Freiherr von Hardenberg nach Ansbach gesandt werden konnte, um zunächst