Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/138

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und seinem Sohne König Ludwig III. seit 1806 alles leistete, kann kurz mit den Worten bezeichnet werden: Sie hat das Land aus der langen Kriegszeit, die noch bis 1814 währte, in eine gedeihliche Friedenszeit hinübergeleitet; sie hat vor allem die schweren Kriegsschulden getilgt und dann das Land emporzubringen gesucht. Es wurde im Laufe der Jahrzehnte die Landwirtschaft außerordentlich gefördert; es entwickelte sich eine reiche Industrie, besonders in den Städten; es ist viel für Wissenschaft, Kirche und Schule geschehen. Hier sei nur kurz das Verkehrswesen besonders angeführt, soweit es unsere Heimat berührt. Im Jahre 1859 wurde die Bahnlinie Gunzenhausen–Ansbach fertiggestellt, 1875 die Linie Nürnberg–Ansbach–Crailsheim eröffnet, 1903 die Nebenbahn Ansbach–Bechhofen vollendet. Noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurde die Kreisstraße Ansbach–Kinding durch das Rezattal gebaut, wobei die Unterhaltung der Straße den angrenzenden Gemeinden auferlegt wurde. 1880 wurde die Straße Sachsen–Volkersdorf als Distrikt- (jetzt Bezirks-)Straße ausgebaut. Nach der Eröffnung der Bahnlinie Nürnberg–Ansbach wurde am Bahnhof Sachsen eine Poststelle eingerichtet, die die Orte Sachsen, Volkersdorf, Rutzendorf, Alberndorf, Steinbach, Hirschbronn, Kaltengreuth, Untereichenbach, Katterbach, Gebersdorf, Wippendorf, Neukirchen und Milmersdorf zu versehen hatte. Erst nach dem Weltkrieg, im Jahre 1920, wurde die Poststelle nach Lichtenau verlegt im Anschluß an das Postamt Ansbach. Nunmehr werden Hirschbronn und Neukirchen von Ansbach aus bedient, Ratzenwinden, Oberrammersdorf, Zandt und Unterrottmannsdorf von Winterschneidbach aus, die übrigen Pfarrorte durch Lichtenau.


6. Das Deutsche Reich

 Ein Deutsches Reich hat es seit den Tagen Karls des Großen gegeben. Es war lange unter den deutschen Königen, die seit dem Jahre 800 n. Chr. zugleich die römische Kaiserkrone trugen, ein kraftvolles, mächtiges und blühendes Reich. Aber mit der Zeit gewannen die einzelnen Fürsten, die Herzöge und Grafen, dazu die gefürsteten Bistümer und Abteien, schließlich auch die aufkommenden freien Reichsstädte immer mehr Macht und Gewalt, und in gleichem Maße sank das kaiserliche Ansehen und damit das Ansehen des Deutschen Reiches. Besonders als die Kaiser aus dem Hause Habsburg sich so sehr gegen die Reformation und gegen die evangelischen Fürsten einsetzten, als sie den furchtbaren dreißigjährigen Krieg entfachten, wurde das Deutsche Reich fast zur Ohnmacht herabgedrückt. Napoleon I.