Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/15

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Obereichenbach östlich von Pfaffengreuth entdeckt und von Architekt Gumpert in alter Form wiederhergestellt. Diese Funde führen bis in die Zeit von 6000 Jahren v. Chr. zurück. Aus späterer Zeit, wo man schon Metall zu verwenden verstand, also etwa 1200–500 Jahre v. Chr., gibt es nicht wenige Hügelgräber, d. h. zu hohen Hügeln aufgeschüttete Gräber, so z. B. am Rande des Feuchtlachwaldes oberhalb Wallersdorf, wo eine Inschrift auf einem Steine besagt, daß hier ein „Heidengrab“ aus der „Früh–Latene–Zeit“ um 500 v. Chr. liege. Ähnliche Gräber wurden bei Steinbach, ebenfalls am Rande der Feuchtlach, gefunden, dann bei Schalkhausen, Triesdorf, Sauernheim und anderwärts. Was für einem Volksstamm diese Urbewohner unserer Gegend angehörten, läßt sich nicht sagen; jedenfalls waren es keine Germanen, keine Vorfahren des deutschen Volkes. Die letzten Bewohner aus der Zeit vor Christus waren wohl Kelten, Leute, die mit den Franzosen und Irländern nahe verwandt sind und die vor den aus Norden eindringenden Germanen nach Süden und Westen weichen mußten.

 Aber was es auch für Leute gewesen sein mögen, die so vereinzelt bei uns wohnten, es waren keine Siedler, die das Land kultivierten, den Wald rodeten, Ackerbau trieben und seßhaft wurden. Nach Christo saßen übrigens die Römer hinter der Teufelsmauer (Limes, Grenzwall), wie sie bei Gunzenhausen vorüberzog und an dem Hesselberg vorbei nach Württemberg hinein ging; die Römer aber duldeten keinerlei Ansiedlung in einem breiten Streifen vor dieser Befestigung, also auch nicht in unserer Gegend. Eine wirkliche Besiedlung des Landes war erst viel später möglich. Soweit wir aus spärlichen Nachrichten schließen dürfen, begann die Einwanderung von bäuerlichen Siedlern erst ungefähr um das Jahr 700 nach Christo. Sie kamen nicht mit einem Male, sondern langsam nach und nach, und es währte wohl an die 500 Jahre, bis unsere Gegend richtig besiedelt und kultiviert war.

 Woher diese Siedler kamen, meldet uns keine Urkunde. Wir können nur aus den Orts- und Flurnamen, sowie aus gelegentlichen Nachrichten späterer Zeit einiges erschließen. Der bekannte Forscher Professor Beck weist in seiner Schrift „Zwischen Frankenhöhe und Frankenjura“ darauf hin, daß sich bayerische Niederlassungen bis Gunzenhausen, Spalt und Mitteleschenbach erstreckten, daß Colmberg und Leutershausen um 1320 noch bayerische Lehen waren, daß der „Wimpeshof“ bei Roßtal einen nur im bayerischen Sprachgebiet vorkommenden Namen trägt. Letzteres gilt auch von dem Orte „Zandt“, von den mit „reuth“ und „lohe“ zusammengesetzten Ortsbezeichnungen, von den Flurbenennungen „Espan“, „Gern“ und den zahllosen „Leiten“ (Winterleiten, Wolfsleiten, Geißleiten, Schmalzleiten, Buchleiten, Schmidleiten, Priesterleiten usw.). Ganze Reihen