Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/188

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1519 oder 1584. Wie bei den Pfarrhausreparaturen, so forderte auch bei der Kirche jedesmal die Stadt Nürnberg die Baugenehmigung und die Bauaufsicht und die Verwendung von Lichtenauer Handwerkern, ohne selbst je etwas zum Bau beizutragen. Wenn sie sich ja einmal zur Lieferung von Bauholz aus ihren Wäldern verstand, so ließ sie sich’s aus der Kirchenkasse stets redlich bezahlen.

 Sehr übel stand es nach dem Dreißigjährigen Kriege um die Kirche. Sie war zwar nicht abgebrannt, aber äußerst schadhaft geworden. Die Gemeinde klagte damals, das Dach auf der Kirche sei „so bußwürdig, daß die Pfarrkinder zu unwitterlichen Zeiten das Wort Gottes nicht trocken anhören könnten, das Gehölz müsse großen Schaden nehmen und zuletzt zusammenfallen“. Aber, so ging die Klage weiter, der „Heilige“ (Kirchenstiftung) habe nichts, da sein Vermögen auf den „öden, meist eingegangenen Gütern“ hafte. Es wurde darum vorgeschlagen, zwei noch vorhandene – jedenfalls goldene – Kelche zu verkaufen und von dem Erlös die Reparatur zu bestreiten. Ob das geschehen ist, oder wie etwa sonst das Dach der Kirche wiederhergestellt wurde, ist nicht bekannt.

 Im Jahre 1703 schrieb der Pfleger von Lichtenau, daß die Kirche gar „so finster“ sei. Das war ganz natürlich, da damals nur der Chor durch die gotischen Fenster hell erleuchtet war, das Schiff der Kirche aber immer noch lediglich die kleinen, schmalen Fenster dicht unter dem Dachrand besaß, die nur wenig Licht einfallen ließen. Nur in der Nähe des Chors war noch rechts und links je ein größeres Fenster angebracht worden. Es wurde damals vorgeschlagen, noch weiter auf jeder Seite ein großes Fenster aushauen zu lassen. Doch kam es nicht dazu. Erst 1728 wurde auf der Südseite in der Nähe des Chores das dort befindliche gotische Fenster mit dem darüber stehenden kleinen romanischen Fenster zu einem großen, breiten Fenster zusammengefaßt, wie aus einer in den Akten liegenden Zeichnung ersichtlich und auch an dem heutigen Bau noch deutlich wahrnehmbar ist. Es geschah dies damals, um für die Kanzel, die dort angebracht war, mehr Licht zu gewinnen.

 Im nächsten Jahre (1729) war der Chor selbst schadhaft geworden. Mitten unter dem Läuten der Glocken fiel ein „faustgroßer Stein dicht neben dem Pfarrer“ von der gewölbten Decke herab. Doch scheint es keiner größeren Reparatur bedurft zu haben. 1768 heißt es, daß die „Unterstehdächlein vor den beiden Kirchtüren“ abgebrochen werden sollten. Es gab also damals nur zwei Eingänge in die Kirche. Der eine befand sich von alters her auf der Südseite; ob der andere gegenüber auf der Nordseite lag, oder westlich in der Ecke zwischen Turm und Giebelwand, läßt sich nicht bestimmt sagen. Jedenfalls befand sich über jeder der beiden Türen ein kleines Vordach zum