Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/189

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Schutze gegen den Regen. Dieses wurde um jene Zeit abgebrochen und nicht wieder erneuert.

 Eine völlig umstürzende Änderung brachte das Jahr 1804 für den äußeren Kirchenbau. Schon 1789 war in einem amtlichen Gutachten der Zustand der Kirche als äußerst ruinös bezeichnet worden. 1795 wurde weiter festgestellt, daß die Fäulnis der Balken und Dachsparren sehr fortgeschritten sei. Eine Hauptreparatur war nicht länger zu umgehen. Das Stiftsamt zu Ansbach stellte einen Kostenvoranschlag von 2274 fl. auf und bewilligte dazu aus eigenen Mitteln die für jene Zeit ganz stattliche Summe von 700 fl. Nürnberg sollte dazu aus seinen Waldungen das benötigte Bauholz gegen taxmäßige Bezahlung abgeben; aber nicht einmal dazu verstand sich die Stadt. Nach weiteren Verhandlungen arbeitete Bauinspektor Spindler von Ansbach einen neuen Plan aus, der einen Kostenaufwand von 5307 fl. vorsah. Nach diesem Plan, der leider nirgends mehr aufzufinden ist, wurde dann die Umgestaltung der alten Kirche vorgenommen. Am Osterdienstag wurde der letzte Gottesdienst in der bisherigen Kirche gehalten. Zu den weiteren Gottesdiensten wurde die noch auf dem Kirchhof stehende alte Sebastianskirche benützt, die freilich dazu viel zu klein war, weshalb noch Bänke auf dem Kirchhof aufgestellt werden mußten.

 Bei der Bauausführung wurde zunächst die ganze Giebelwand im Osten zwischen Langhaus und Chor niedergerissen und dazu noch der halbe Chor mit seinem Anschluß an die Giebelwand abgebrochen. Dann wurde das Langhaus (Schiff) um etwa 5 m verlängert auf Kosten des Chores. Der Rest des Chores (Ostteil) wurde ganz von der Kirche abgetrennt und zu einer Sakristei eingerichtet, nachdem die alte, an der Nordseite stehende Sakristei entfernt worden war. An den Seitenwänden der Kirche wurden die alten kleinen Fenster unterhalb des Daches zugemauert und dafür große, breite Fenster eingebrochen. Ebenso wurden die Türen vergrößert und noch zwei weitere Eingänge geschaffen, davon einer durch die außerordentlich dicke Turm- und Westgiebelwand hindurchgeschlagen. Die Treppen zu den Emporen, die vorher jedenfalls im Schiff der Kirche an der Süd- und Nordseite angebracht waren, wurden auf die Westseite verlegt und durch eine eingezogene Wand vom unteren Kirchenraum abgetrennt. Auch durch den Chor wurde eine Türe zur Sakristei durchgeschlagen, ebenso zwei große viereckige Fenster eingesetzt. Die Kirche wurde auf diese Weise so vollkommen umgestaltet, daß man heute kaum mehr etwas von der alten Form erkennt (siehe Tafel Nr. VII im Anhang). Man hatte eben damals keinen Sinn für das Alte und geschichtlich Gewordene, und dachte gar nicht daran, das Alte und in seiner Art Schöne nach Möglichkeit zu erhalten,