Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/24

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Milmersdorf

 Der Ort hieß früher „Wilmersdorf“ und noch öfter „Willmannsdorf“. Der Name bedeutet, daß einst ein Bauer, namens „Willmann“, die erste Niederlassung gründete. Bei der Suche nach dem ältesten Hof wird man wohl das Anwesen Hs.–Nr. 3 (früher Leuchs, jetzt Meyer) zu nehmen haben, da dieses am günstigsten für die Feldflur gelegen ist und auch die Feldwege hier zusammenlaufen. Bei der Kleinheit der Flur konnten sich hier nur drei Höfe entwickeln. So begegnen sie uns später in allen Urkunden und Schriftstücken bis in die neueste Zeit herein, erstmalig im Lichtenauer Salbuch von 1517. Weiteres siehe S. 312.


Volkersdorf

 Wie der Name besagt, ist der Ort die Niederlassung eines Mannes, namens „Volker“ oder „Volkhart“, der dort den ersten Hof anlegte. Dieser dürfte an der Stelle zu suchen sein, wo die Feldwege von Herpersdorf, Lichtenau und aus dem Grunde zusammenliefen, also wo jetzt die Höfe Obermeyer und Helmreich stehen, wobei vielleicht auch noch das Anwesen von Beuschel mit einzubeziehen wäre. Wie schon gesagt, zeigt Volkersdorf nach Sachsen die größte Zersplitterung der Höfe und Güter. Die erste urkundliche Nachricht erhalten wir erst 1405, wo Friedrich von Heideck ein Gut zu Volkersdorf an das Gumbertusstift in Ansbach verkaufte. Im Jahre 1412 hören wir dann, daß Albrecht Lotter seine drei Eigengüter zu Volkersdorf an den Bürger Fritz Schneider zu Ansbach verkaufte. 1421 vermachte Friedrich im Steinhaus zu Schwäbisch–Gmünd einen Hof zu Volkersdorf dem Gumbertusstift. 1445 übergab Pfarrer Krepflein von Sachsen ein zur Pfarrei gehöriges Gut in Volkersdorf als „Lehen“, d. h. leihweise, an Stephan Schuster dort, und 1467 ein anderes Gut an Kunz Weiß. 1463 benannte das Reiche Almosen zu Nürnberg neun Güter und Höfe zu Volkersdorf als sein eigen. 1547 kaufte die Stadt Nürnberg von Frau Anna von Rothenburg zwei Güter in Volkersdorf. Es scheinen gerade in Volkersdorf öfters Besitzveränderungen vorgekommen zu sein. Um das Jahr 1500 und noch lange fort wurden 15 Höfe und Güter gezählt. Fortsetzung siehe S. 312.


Rutzendorf

 Ein freier Bauer, namens „Rutz“ oder „Ruzzo“ (Kurzform eines Namens wie Rudolf, Ruttmann, Ruthard oder ähnlich), hat hier den ersten Hof gebaut. Als solcher kann nur das jetzige Wirtschaftsanwesen