Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/243

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ein so übles Verhalten an den Tag, daß die Leute nicht mehr ihre Kinder in die Schule schicken wollten. Er mußte schon 1690 wieder seines Dienstes entsetzt werden. Es folgte dann 1691 Johann Andreas Hanft (Hauf?), der aber selbst mit Ende des nächsten Jahres den Dienst wieder aufsagte. Es kam dann Johann Jakob Schuler von Oberferrieden, starb aber schon 1694. Der nächste, Johann Nikolaus Summa, der vorher in Flachslanden tätig gewesen war, hielt es nur 3/4 Jahre in Sachsen aus, da wieder die üblen Streitigkeiten zwischen Nürnberg und Ansbach begonnen hatten, die wie gewöhnlich auf dem Rücken von Pfarrer, Lehrer und Gemeinde ausgefochten wurden; diesmal war es das Landalmosenamt in Nürnberg, das Anspruch auf das Recht der Verpflichtung des Lehrers erhob, wogegen die markgräfliche Regierung ein scharfes Verbot an den Lehrer aussprach. Er zog weiter nach Rügland. Nach ihm wird 1697 ein Johann Leonhard Bauer erwähnt, der bisher in Vestenberg war, aber den Dienst in Sachsen auch bald wieder aufkündigte. Ihm folgte Johann Friedrich Ludwig von 1701 ab. Er tauschte 1709 mit Thomas Kaspar Ritter, Lehrer in Steinberg (vermutlich Gräfensteinberg bei Gunzenhausen). Da dieser aber nicht Orgel spielen konnte, die Gemeinde jedoch dringend die Aufstellung einer Orgel in der Kirche wünschte, so tauschte auch er 1714 mit dem Lehrer von Frommetsfelden, Johann Nikolaus Leinisch.

 So hatte Sachsen innerhalb von 40 Jahren nicht weniger als neun Lehrkräfte, ein Beweis, wie schlecht es damals um das Schulwesen bestellt war. Erst von 1714 ab kann von einem richtigen und ordentlichen Schuldienst in Sachsen gesprochen werden. Die Reihe der hauptamtlichen Lehrer seit dieser Zeit ist folgende:

 Leinisch Johann Nikolaus, 1714–1737. Er starb in diesem Jahre an einem Herzschlag.

 Traumüller Johann Georg, 1738–1752. Er hatte „von männiglich ein gutes Lob“, war von Schalkhausen hergekommen und starb 1752.

 Hertlein Johann Adam, gebürtig aus Heidenheim. Starb schon im Jahr darauf, 1753.

 Leitner (Leidner) Johann Leonhard, 1753–1758, zuvor in Petersaurach. Da er altershalber die Stelle nicht mehr versehen konnte, wurde diese 1758 seinem Sohne Johann Philipp übertragen mit der Verpflichtung, die Eltern lebenslang zu verpflegen. Der Vater starb jedoch schon 1761. Unter ihm wurde 1758 die Sommerschule in Sachsen eingeführt, nachdem bisher nur im Winter Unterricht erteilt worden war.