Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/247

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durch seinen Sohn helfen ließ. Aber das war doch nur ein schlechter Notbehelf. Die Regierung sah sich deshalb genötigt, die Schule zu teilen und im Jahre 1834 eine zweite Klasse einzurichten, wozu man schon bei dem Schulhausbau von 1813 das nötige Lehrzimmer vorgesehen hatte. Es war eine „Elementarschule“, die von einem Schulgehilfen versehen werden mußte. Aber auch diese Maßnahme genügte auf die Dauer nicht, weshalb man 1861 genötigt war, Abteilungsunterricht einzuführen, wobei die mittleren Jahrgänge vormittags, die unteren nachmittags Schule hatten. Erst 1892 wurde dann eine zweite Gehilfenstelle neben der ersten errichtet, 1894 die eine dieser Stellen in eine ständige Verweserstelle umgewandelt, 1902 endlich eine feste zweite Schulstelle gegründet. Gegenwärtig bestehen also in Sachsen zwei feste Schulstellen und eine ständige Verweserstelle, die aber auch mit einem Lehrer besetzt ist.


c) Das Schulhaus

 Wie bereits gesagt wurde, ist in der ersten Zeit die Schule im Pfarrhause gehalten worden, teils von dem Pfarrer selbst, teils von dem durch ihn bestellten Schulmeister, der dann auch im Pfarrhaus wohnte. Letzteres wird uns von Joachim Schreyer unter Pfarrer Kißling um das Jahr 1564 berichtet. Der nachfolgende Lehrer Joachim Schmidt kaufte sich selbst ein Häuslein im Dorf, das aber so klein war, daß er nur „kümmerlich“ darin die Schüler zu unterrichten vermochte. Erst als der Schuldienst mit dem Mesnerdienst vereinigt wurde, gab es ein besonderes Haus für die Schule, nämlich das Mesnerhaus, das seitdem bis in die Gegenwart herein als Schulhaus benützt wurde.

 Im Dreißigjährigen Kriege brannte das Mesnerhaus ab. Der Mesner wohnte dann in einem Privathause, vermutlich als gebürtiger Sachsener in seinem eigenen Hause. Es wird als „Taglöhnerhaus“ bezeichnet und bot offenbar sehr wenig Raum für den Unterricht von Schulkindern. Der Neubau des Mesnerhauses war darum zur unbedingten Notwendigkeit geworden. Bei der Pfarreinsetzung und Kirchenvisitation des Jahres 1680 kam die Sache zur Sprache und es wurde von den beteiligten Herrschaften erwogen, wie dem Notstand abgeholfen werden könnte. Die Vertreter Nürnbergs erklärten, man erinnere sich nicht, je etwas zu Kirchen-, Pfarrhaus- oder Schulhausbauten beigetragen zu haben; zuvörderst möge der Markgraf mit einem Beitrag an die Hand gehen, dann werde sich auch Nürnberg finden lassen; im übrigen sei der Bau Sache des Gotteshauses – offenbar weil es sich eigentlich um das Mesnerhaus handelte – und weiter soll die „Brüderkapelle“ (Sebastiansstiftung)