Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/251

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2. Die Schule in Zandt

 Nach einem Bericht des Pfarrers Saur hatten die drei Orte Zandt, Unterrottmannsdorf und Oberrammersdorf schon vor dem Jahre 1680 sich zusammengetan, um jeweils für den Winter einen eigenen „Nebensehulmeister“ zu gewinnen. Da der Schulbezirk nur klein, die Einnahme an Schulgeld darum nur gering war, ein Schulhaus überhaupt fehlte, konnten sie naturgemäß nicht auf eine irgendwie geschulte Lehrkraft rechnen, sondern mußten zufrieden sein, wenn sich irgendeine Privatperson fand, die notdürftig lesen und schreiben konnte und daneben noch ein Handwerk verstand, um sich mit diesem besonders im Sommer den nötigen Lebensunterhalt zu erwerben. Mitunter stellte sich auch ein gerade beschäftigungsloser Lehrer oder Schulanwärter ein, der bereit war, vorübergehend seine Dienste zu leisten, bis er etwas Besseres fand. So lesen wir, daß 1681 Johann Nast dort unterrichtete, der dann nach Sachsen kam. Im Jahre 1703 hielt in Oberrammersdorf ein Hirte die Schule, 1705 in Zandt ein „vagierender“ (umherziehender) Student, 1714 in Unterrottmannsdorf ein edelmännischer „Gartbruder“ (ein wandernder Fechtbruder von vornehmerer Herkunft), 1727–1731 Wolfgang Friedrich Ludwig, vermutlich ein Lehrerssohn aus Sachsen, nach ihm der Schulanwärter Peter Weber, 1738 der Anwärter Joseph Christian Görnand. Im Jahre 1702 war sogar ein um seines Glaubens willen aus Schlesien vertriebener Geistlicher, namens Christoph Korndörfer, auf die Zandtmühle gekommen und hat dort Schule gehalten, ist aber bald darauf verstorben. Ein anderer Emigrant erschien 1741 in Unterrottmannsdorf; er kam aus Unterfranken (Kleinlangheim, dann Hohnsberg bei Burghaslach), hieß Johann Thomas Lang und war von der Schwarzenbergischen Herrschaft „aufs grausamste verfolgt und all des Seinigen beraubt“ worden. Da er länger zu bleiben willens war, versprach man ihm eine bessere Stellung; aber es wurde nichts aus den Versprechungen wegen „eingefallener harter Zeit und einiger Zwistigkeit der Inwohner“, weshalb er beim Markgrafen um eine andere Verwendung nachsuchte. 1725 wurde ein entlassener Vogt, Johann Kaspar Hayn, zum Schuldienst angenommen, 1745 Johann Leonhard Müller, ein Schneider aus Altenmuhr, der dann 1751 nach Fünfbronn als Lehrer zog.

 So war es ein steter Wechsel unter den Schulhaltern. Keiner konnte länger bleiben, jeder trachtete bald wieder weiterzukommen. Die Stelle bot auch gar nichts Verlockendes. Es fehlte vor allem an einem Schulhause, wo der Lehrende wohnen und die Kinder um sich sammeln konnte. Die Wohnung wurde ihm jedenfalls in