Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/31

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Unterrottmannsdorf

 Der Ort führte bis vor etwa 200 Jahren stets den Namen „Rottmannsdorf“ oder „Rodmannsdorf“. Nachdem sich aber im Volksmund die Aussprache dieses Wortes in „Rammersdorf“ gewandelt hatte, fühlte man das Bedürfnis, das untere von dem oberen Rammersdorf zu unterscheiden (siehe Oberrammersdorf). Es wurde zunächst „Unterrammersdorf“ gebildet, in welcher Form es in den Urkunden seit 1839 öfters vorkommt. Da aber auch die Form „Rottmannsdorf“ bestehen blieb, so wurden schließlich die beiden vereinigt in der heutigen Namensform „Unterrottmannsdorf“. In alter Zeit lesen wir „Rodmannsdorf“ (1304), „Rottmersdorf“ (1403 und 1588), „Rudmannsdorf“ (1436). Daraus ergibt sich, daß wir es hier mit der Ansiedlung eines gewissen „Rodmann“ (= Ruttmann) zu tun haben. Er baute seinen Hof aller Wahrscheinlichkeit nach an der Stelle, wo jetzt die beiden Höfe Nölp und Ströhlein stehen. Denn dahinein führt unmittelbar der von der Höhe kommende wichtigste Feldweg, dahin laufen auch die übrigen Flurwege zusammen. Es ergibt sich dort eine schöne Hofrait und vor allem sprudelt daneben eine starke Quelle aus dem Berghang. Nach und nach schlossen sich an den einen, später geteilten Hof noch weitere Güter und Höfe an. Um das Jahr 1500 hören wir von elf Anwesen, wozu dann noch die Weidenmühle kam.

 In der Geschichte erscheint der Ort zum erstenmal im Jahre 1304. Damals schenkte Konrad Rolse für den Fall seines Todes seine Güter zu Unterrottmannsdorf und anderwärts den „Brüdern vom Deutschen Hauses zu Eschenbach“, also dem Deutschherrenorden, der zu Wolframs-Eschenbach eine Niederlassung hatte. Es kann sich dabei nur um die Güter Hs.–Nr. 7, 8, 10 und 16 in dem Dorfe gehandelt haben. 1403 verkaufte Friedrich von Heideck dem Gumbertusstift zu Ansbach ein Gut in Unterrottmannsdorf. Ebenso verkaufte die Kirche zu Sachsen 1451 ihr dortiges Gut an das Stift. 1434 gab Siegmund von Leonrod dem Stift zwei Güter in Unterrottmannsdorf nebst dem großen und kleinen Zehnten dort im Tausch gegen andere Liegenschaften in der Nähe von Leonrod. 1499 verkauften die Erben des Peter Betz ihr Hof- und Erbgut samt allen Zugehörungen an das Stift. Zur weiteren Geschichte siehe S. 321.


Zandt

 Der Name des Ortes ist schwer zu deuten. Manche Gelehrte wollen ihn ableiten von dem Worte „Zahn“, das anderwärts für spitzige (Felsen und Bergzacken gebraucht wird; aber dergleichen fehlt bei Zandt. Andere denken an „Zaun“, wobei man anzunehmen hätte, daß ursprünglich die Stätte, auf der jetzt das Dorf steht, und noch ein