Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/33

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 Strüthof, der Hof in der mit Buschwerk und Gestrüpp bewachsenen „Strüth“, ist eine ganz späte Gründung. Er gehörte 1472 den Herren von Eyb und kam später an das Kloster Heilsbronn, das ihn 1560 an die Herren von Crailsheim zu Sommersdorf vertauschte. Diese verkauften ihn 1605 an die Stadt Nürnberg, die ihn bald wieder weiterveräußerte. Nach dem Dreißigjährigen Kriege lag er lange öde. 1724 erwarben ihn zehn Bürger von Lichtenau, die dort eine Schäferei einrichteten und an Stelle der abgekommenen Hofgebäude einen Schafstall und eine Wohnung für den Schäfer errichteten. Erst in jüngster Zeit entstand dort wieder ein eigener Hof.

 Immeldorf, eine Niederlassung des „Immilo“, gehört zu den ältesten Siedlungen im Rezattale. Eine am Kirchturm eingehauene Jahreszahl lautet auf 1011, was sich nur auf das frühere Kirchengebäude beziehen kann, da das jetzige sicher späteren Datums ist. Ein Schloß im Dorf soll einst den Herren von See zu eigen gewesen sein; es ging später in den Besitz der Herren von Dornberg über. Weiteres über den Ort ist noch bei der Geschichte der Pfarrei Sachsen zu sagen.

 Petersaurach liegt am oberen Eingang in das „Aurach“-Tal. Dieses hat seinen Namen von den in ältesten Zeiten dort noch umherschweifenden Wildrindern, dem Urstier oder „Auer“-Ochs mit seiner wildlebenden Herde. Zum Unterschiede von anderen Orten in diesem Tale (Veitsaurach, Barthelmesaurach) wurde das oberste „Aurach“ nach dem Kirchenheiligen „Peter“ (Petrus) benannt. 1312 wird es kurz als „Uraha“ und als Filiale von Sachsen bezeichnet.

 Heilsbronn, einst „Halesbrunn“ und „Haholtisbrunn“ geheißen, ist die Siedlung eines Mannes, namens „Hahold“, der an dem dortigen „Brunnen“ (= Quelle) seinen Hof baute. Der Name Heilsbronn hat nichts zu tun mit dem Worte „Heil“ oder „Heilung“, und die Sage von einer Heilquelle oder einem Gesundbrunnen ist erst vor rund 200 Jahren aufgekommen. Im Jahre 1132 wurde dort ein Kloster gegründet, das Zisterzienser-Mönchen übergeben wurde, einem in Landwirtschaft und später auch in Wissenschaft sehr tätigen Mönchsorden, der in weißer Kutte mit schwarzem Mantel einherging. Bedeutsam ist für sie, daß sie keine Türme an ihre Klosterkirchen bauten, sondern nur einfache Dachreiter aufsetzten, wie man heute noch an dem berühmten Münster in Heilsbronn sehen kann. Viele Herren von Heideck und von Abenberg, auch viele Markgrafen von Ansbach sind in der Klosterkirche begraben. An das Kloster schloß sich, wie überall, nach und nach eine größere Niederlassung an, die bald zum Markt und 1932 sogar zur Stadt erhoben wurde. Nach der Aufhebung des Klosters infolge der Reformation wurde dort eine Fürstenschule