Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/36

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Belieben abgesandt und wieder zurückberufen wurden. Aber mit der Zeit wurde das Grafentum erblich, oder es wurden Große des Landes, die viel Besitz ihr eigen nannten, mit Rechten ausgestattet, die sonst den Grafen zukamen. Reiche Grundherren wußten sich nach und nach auch Regierungsgewalt anzueignen; es bildeten sich im Laufe der Jahrhunderte die verschiedenen Landesherrschaften heraus, wie wir sie im Mittelalter und in der neueren Zeit kennenlernen.

 Unser Gebiet zählte zum „Rangau“, der seinen Namen von einem oberhalb Windsbach in die Aisch fließenden Bache, der „Ranna“, erhalten hatte. Dort lag das älteste Gebiet dieses Gaues, der sich erst nachher über unsere Gegend ausdehnte. Die Pfarrei Sachsen lag wohl an der äußersten Südgrenze des Gaues, der sich nach Westen hin über den oberen Altmühlgrund bis Rothenburg erstreckte, nach Osten zu die Richtung auf Schwabach einschlug. Jenseits dieser Grenze lag nach Süden zu der Gau Sualafeld. Welches nun die einstigen Grafen im Rangau waren, liegt im Dunkeln. Es werden die Grafen von Hohenlohe genannt und besonders die Grafen von Abenberg, aber etwas Bestimmtes kann nicht gesagt werden.

 Das Dunkel lichtet sich erst mit dem Auftreten der Herren von Dornberg. Sie hatten in der Gegend großen Besitz und übten längere Zeit die Regierungsgewalt in der Gegend aus. Sie waren auch die Schirmvögte über das Gumbertusstift in Ansbach und besaßen am oberen Ende der Stadt ein eigenes Schloß (in der jetzigen Schaitbergerstraße). Man nimmt an, daß sie zuerst in Schalkhausen saßen und sich dann um 1170 die Burg auf der Höhe über dem Orte Dornberg hinter Schalkhausen bauten. Daß sie auch in Lichtenau ein Schloß hatten, wurde schon gesagt, ebenso daß sie die Burgen in Vestenberg und Immeldorf in ihren Besitz brachten. Zu Vestenberg starb dann der letzte Herr aus diesem Geschlecht, Wolfram von Dornberg. Das Erbe ging an seine drei Töchter über, von denen zwei an Grafen von Öttingen verheiratet waren, die dritte an den Ritter Friedrich von Heideck. Erstere erhielten das Gebiet um Ansbach und westlich davon, letztere Lichtenau mit den umliegenden Ortschaften Sachsen, Volkersdorf, Milmersdorf, Rutzendorf, Zandt, Unterrottmannsdorf, Bammersdorf, Gotzendorf, Wattenbach, Malmersdorf, Immeldorf, Weltendorf, Fischbach, Büschelbach, Herpersdorf, Langenlohe und Vestenberg.

 Die Herren von Heideck stammten aus der Umgebung des gleichnamigen Städtchens bei Hilpoltstein. Der dicht dabeiliegende, weithin schauende Schloßberg trug die bedeutende Burg dieses Geschlechts. Die neue Herrschaft wohnte gern im Schloß zu Lichtenau und machte sich besonders um die Pfarrei Sachsen verdient. Schon 1277 stiftete Konrad von Heideck für seine verstorbene Frau Elisabeth