Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/43

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brachten ja die Klöster, die bald gegründet wurden: Das Kloster zu Heidenheim, das um das Jahr 751 entstand, und die Klöster zu Herrieden und Feuchtwangen, die um dieselbe Zeit errichtet sein mögen. Vor allem muß für unsere Gegend das Ansbacher Kloster hervorgehoben werden. Ein fränkischer Edelherr, vermutlich ein militärischer Befehlshaber, besaß größeren Landbesitz, den er wohl vom König geschenkt erhalten hatte, darunter auch einen großen Wald rings um Ansbach her. Er hieß Gumbert, ein alter deutscher Name, der ursprünglich „Gundbrecht“ lautete, woraus dann Gumbrecht und Gumbert, oder in lateinischer Form Gumbertus, wurde. Dieser beschloß, mitten in seinem großen Wald ein Kloster zu gründen und wählte dazu den Platz, der an dem Zusammenfluß der Rezat und des Onolzbaches lag, also den Bezirk, der sich heute um den Unteren Markt nach beiden Seiten hin ausdehnt. Das Jahr der Gründung steht nicht fest; es mag wohl um das Jahr 745 gewesen sein. Das Kloster übergab er dem Mönchsorden der Benediktiner, einer Vereinigung, die sich heute noch durch ihre Leistungen in Kultur und Wissenschaft auszeichnet, deren Grundsatz immer war, beides im Leben zu verwirklichen, echte Frömmigkeit und fleißige Arbeit. Ihre Tracht besteht in einer schwarzen Kutte. Es waren wohl anfangs nur wenig Mönche, da die Einkünfte des Klosters gering waren. Aber es darf angenommen werden, daß sie sich nach Möglichkeit um die neuen Siedler im Lande annahmen. Aber diese wohnten allzu weit vom Kloster entfernt, im Rezatgrund unterhalb Ansbach bis hinunter nach Windsbach und vielleicht noch da und dort in einem Seitentale. Wohl stand im Kloster eine der hl. Maria geweihte, kleine Kirche; aber es war doch eine allzu große Zumutung an die Leute, 3-4 Stunden Wegs zurückzulegen, um dort den Gottesdienst zu besuchen, dort taufen zu lassen usw. Eine ordnungsmäßige kirchliche Versorgung war nur denkbar, wenn draußen im Lande Pfarreien errichtet und entsprechend Geistliche angestellt wurden. Eine kirchliche Organisation war unabweisbar.

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 Gumbert wird in späteren Urkunden als „Bischof“ bezeichnet, womit aber nur gemeint sein kann, daß er „Klosterbischof“ war in dem Sinne, daß ihm die Leitung des Klosters zustand. Eine Urkunde vom Jahre 786 besagt, daß Gumbert das Kloster dem fränkischen König übergeben habe. Karl der Große übergab es seinerseits wieder dem Bischof zu Würzburg. Von da an blieb das Kloster bischöfliches Eigentum. Nicht allzu lange bestand das Kloster, es ging – vielleicht um das Jahr 900 – wieder ein. Das vorhandene Klostergut wurde aber nicht eingezogen, sondern blieb unter bischöflicher Verwaltung bestehen und wurde anscheinend noch vermehrt durch die neuen Siedlungen um Ansbach her (Wendensiedlungen u. a.). Etwa 100 Jahre