Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/48

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nicht nur weil dadurch manche Hindernisse aus dem Wege geräumt wurden, sondern vor allem, weil dann das Besetzungsrecht für die Pfarrei beim Kloster und damit zugleich beim Bischof verblieb, dem ja das Kloster übergeben war. Bis nach Sachsen her erstreckte sich aber ohne Zweifel der Klosterwald, wie auch die Ansiedlung der Sachsen schon auf Klostergrund geschehen war. Die Erlangung des Patronates dürfte so Anlaß gewesen sein, daß die Pfarrei gerade nach Sachsen verlegt wurde. Weiter hinab im Rezatgrund hatte das Kloster nichts mehr zu sagen. Tatsächlich besaß hernach auch das Kloster und später das Gumbertusstift stets das Besetzungsrecht zur Pfarrei. Daß aber Kirche und Pfarrhof auf klösterlichem Boden errichtet wurden, beweist allein schon die Tatsache, daß der Pfarrer von Sachsen jährlich eine bestimmte Gült (2 Simra Korn und 1 Simra Haber) nebst 2 Fastnachthennen und 4 Herbsthühnern, sowie einen geringen Geldzins an das Kloster bzw. Chorherrnstift abzuliefern hatte. Kloster und Stift waren also die Grundherren für den Pfarrhof, bis das Stift im Jahre 1407 und 1444 diese Reichnisse an das Reiche Almosen in Nürnberg verkaufte. Dorthin mußte dann der Pfarrer von Sachsen bis zum Jahre 1806 seine Jahresabgaben leisten. Auch die übrigen Bewohner von Sachsen hatten Zins und Gült an das Stift zu geben, bis sie in den genannten Jahren ebenfalls nach Nürnberg verkauft wurden.

 Königliche Vollmacht war vor allem notwendig, um das erforderliche Einkommen für die Kirche und die Pfarrei sicherzustellen, wozu offenbar die Pfarrangehörigen kräftig beigezogen wurden, wie nachfolgend noch gezeigt werden wird.

 Als Patron und Schutzherr der Kirche wurde der heilige Alban erwählt. Er findet sich bei uns im Lande nur ganz selten, dagegen sehr häufig im altfränkischen Lande am Rhein und auch in Frankreich. Man weiß eigentlich nichts Sicheres über diesen Heiligen. Er soll im vierten oder fünften Jahrhundert in Mainz gelebt und dort den Märtyrertod erlitten haben. Er fand aber große Verehrung, besonders in und um Mainz. Auch Karl der Große war ein Verehrer des Heiligen und bestimmte die St. Albanskirche bei Mainz, wo dieser Heilige angeblich begraben worden war, zur Ruhestätte für seine dritte Gemahlin Fastrade. Bei der Kirche stand später ein Albanskloster, bei dessen Abbruch die Gebeine der Fastrade in den Dom zu Mainz verbracht wurden, wie eine dort angebrachte Gedenktafel bekundet. Auch der Kirchenheilige von Sachsen steht also im Zusammenhang mit Karl dem Großen. Nach damaligem Brauch, der auch heute noch in der katholischen Kirche geübt wird, mußte beim Bau einer Kirche stets eine Reliquie (Überrest) von einem Heiligen zum Altar gebracht und darin verwahrt werden. Es ist sehr wohl möglich, daß