Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/50

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 Wenn Großhaslach, wie es den Anschein hat, anfangs noch zum Pfarrbezirk Sachsen gehörte, so hat es sich doch offenbar sehr früh schon selbständig gemacht. Es gab dort nach Nordosten zu noch mehr Neusiedlungen, die unmöglich von Sachsen aus dauernd bedient werden konnten, wie Bruckberg, Wustendorf, Ketteldorf u. a. Die Errichtung einer eigenen Pfarrei ließ sich dort bei der wachsenden Bevölkerung nicht umgehen. Wann und wie die Pfarrgründung geschah, darüber ist uns nichts berichtet. Urkundlich wird Großhaslach erst 1255 genannt.

 Vestenberg ist fraglos eine Eigenkirche der Herren von Vestenberg (später Dornberg, Heideck und Eyb). Noch 1436 wird dort von einer Burgkaplanei geredet. Aus ihr hat sich die jetzige Pfarrei nach der Reformation entwickelt. Die Stelle stand ehedem im Filialverhältnis zu Großhaslach. Das nahegelegene Külbingen kam erst 1809 dazu.

 Eyb ist als Pfarrei ohne Zweifel auf ähnliche Weise entstanden. Aus dem Jahre 1043 wird berichtet, daß dort eine kleine, durch die Herren von Eyb erbaute, dem heiligen Lambrecht geweihte Kapelle stand. Da anscheinend die Mittel für den Unterhalt eines eigenen Kaplans auf die Dauer nicht zureichten, traten Geistliche des Gumbertusstiftes für ihn ein. Selbständige Pfarrei soll Eyb erst 1482 geworden sein. Ein eigenes Pfarrhaus wurde erst 1565 gebaut. (Nach Mitteilungen des dortigen Pfarramtes.)

 In Lichtenau war in alter Zeit nur ein Schloßkaplan an der dortigen Schloßkapelle tätig. Auch als der Ort an Nürnberg fiel, änderte sich dieses Verhältnis nur insofern, als aus dem Schloßkaplan ein Festungskaplan wurde. Da die Stelle kein eigenes Pfründevermögen besaß, wurden die Bezüge des Kaplans von der Stadt Nürnberg geleistet. Man empfand dies als eine unnötige Belastung, weshalb die Landpfleger zu Nürnberg im Jahre 1523 erklärten, daß sie die Haltung eines Priesters im Schlosse für überflüssig hielten; der Pfarrer von Sachsen sei verpflichtet, wöchentlich ein paarmal einen seiner Kapläne nach Lichtenau zu schicken und im Markte Messe lesen zu lassen. Doch blieb es bei der alten Übung. Im „Markt“, d. h. im Ort Lichtenau, wurde auch schon frühzeitig eine Kapelle und später eine Kirche errichtet und der heiligen Barbara geweiht. Der Schloßkaplan versah offenbar auch dieses Gotteshaus neben seiner Schloßkapelle und bediente die Gemeinde bei kirchlichen Amtshandlungen, nicht ohne zeitweiligen Widerspruch des zuständigen Pfarrherrn von Sachsen, da Lichtenau eben zur Pfarrei Sachsen gehörte. Nach der Einführung der Reformation machte sich Lichtenau selbständig. Doch mußten die Toten von dort noch weiter in Sachsen beerdigt werden,