Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/51

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was Anlaß zu vielen Streitigkeiten gab, von denen später erzählt werden wird. Erst 1788 legte Lichtenau einen eigenen Friedhof an und löste sich damit völlig von der Mutterkirche Sachsen.

 Petersaurach, das ja reichlich 8 km von Sachsen entfernt liegt, hat jedenfalls auch schon sehr früh eine eigene Kirche und einen Kaplan erhalten. In der schon erwähnten Urkunde von 1312 wird der Ort zwar noch als Filial von Sachsen, aber gleichzeitig schon als Pfarrei („Parochie“) bezeichnet, ein Beweis, daß die Trennung von Sachsen schon so gut wie vollzogen war. Im Salbuch der Pfarrei Sachsen von 1450 findet sich keinerlei Hinweis mehr auf das frühere Verhältnis. Das Patronat über die Pfarrei stand bis 1556 dem Gumbertusstift zu; in diesem Jahre wurde es an das Kloster Heilsbronn abgegeben im Tausch gegen einen Klosterhof in Ansbach.

 Neuendettelsau, Filial von Petersaurach, kam mit diesem Orte weg von Sachsen und wurde später selbständige Pfarrei.

 Immeldorf erfreute sich auch schon sehr früh einer eigenen Kapelle und nachfolgenden Kirche, die dem heiligen Georg geweiht war. Die Kirche wurde in der alten Zeit stets von Sachsen aus versehen. Erst im Jahre 1453 fiel ein reiches Vermächtnis des Peter Lympach und seiner Ehefrau Margareta von Schlauersbach an, und es wurde damit eine Frühmesse in Immeldorf gestiftet mit einem eigenen Kaplan. Doch behielt sich der damalige Pfarrer von Sachsen, Krepflein, alle pfarrherrlichen Rechte in Immeldorf ausdrücklich vor; dem Frühmesser wurden nur beschränkte Rechte eingeräumt. Dem Pfarrer Krepflein war es dabei freilich mehr um die dortigen Einkünfte zu tun, als um die Ausübung von Amtspflichten. Es geht das aus einer Beschwerde der Gemeinde Immeldorf hervor, worin es heißt, der Pfarrer halte nicht mehr regelmäßig die Messen, die ihm an jedem Freitag in der Woche sowie an den Feiertagen oblägen, ebenso versäume er oft die „Metten“ (Abendgottesdienste) sowie die Jahr- und Seeltage. Ob die Beschwerde viel geholfen hat, ist nicht bekannt. Es wird wohl so gewesen sein, daß der Kaplan nach und nach alle geistlichen Amtsgeschäfte übernahm, wenn auch in steter Filialabhängigkeit von Sachsen, bis dann nach der Reformation diese Bindung sich von selbst löste und Immeldorf selbständige Pfarrei wurde. – Die Frühmesse besaß drei Höfe in Neukirchen und ein Gut in Zandt, sowie eine Reihe von Grundstücken nebst anderen Einkünften.

 Auch Brodswinden erhielt schon bald eine Kapelle und später eine Kirche, geweiht dem heiligen Sixtus. Die Bedienung derselben oblag jederzeit dem Pfarrer von Sachsen, bis im Jahre 1467 der damalige Markgraf Albrecht Achilles die Mittel zur Gründung einer „Vicarie“ zur Verfügung stellte. Von da ab hatte Brodswinden