Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/53

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seiner jetzigen Stelle errichtet hätten. Diese Mitteilung ist unzweifelhaft richtig; nur was über die Nürnberger gesagt wird, kann nicht stimmen, denn diese haben in Bausachen niemals für Kirche und Pfarrhaus etwas geleistet. Richtiger sagt ein Baupflichts-Gutachten der Kreisregierung zu Ansbach: Nürnberg habe nach jenem Brande dafür gesorgt, „daß 1451 dem Pfarrer ein Bauernhof überlassen wurde“. Damit stehen wir auf festem geschichtlichen Boden. Die angegebene Jahreszahl 1451 weist uns hin auf den Krieg, den damals der Markgraf Albrecht mit dem Beinamen „Achilles“ mit der Stadt Nürnberg und den Bischöfen zu Bamberg und Würzburg in den Jahren 1449 und 1450 geführt hatte. Nach damaliger Kampfesweise brach man gegenseitig in das Gebiet des Gegners ein und suchte ihm durch Plünderung und Niederbrennung der Dörfer möglichst viel zu schaden. So wird berichtet, daß damals eine Nürnberger Streifschar sogar bis in die Nähe von Ansbach kam und die Stadt schwer heimsuchte. Vielleicht war es diese Schar, die Kirche und Pfarrhaus in Sachsen niederbrannte, weil beide zu Ansbach (Gumbertusstift) gehörten; doch ist es ebensowohl möglich, daß markgräfliche Truppen den Ort Sachsen, weil er nürnbergisch war, mit Feuer verheerten und daß dabei dem Brand wider den Willen des Markgrafen auch die kirchlichen Gebäude zum Opfer fielen. Jedenfalls ist es Tatsache, daß in den genannten Jahren der Pfarrhof abbrannte und daß er dann an die gegenwärtige Stelle verlegt wurde.

 Daß an der heutigen Stelle vordem ein „Bauernhof“ stand, ergibt schon die Betrachtung seiner Lage. Wie bereits in dem 3. Abschnitt bei der Gründung von Sachsen hervorgehoben wurde, liegt der jetzige Pfarrhof in einer Reihe gleichmäßiger anderer Höfe auf der Nordseite der Dorfstraße, die offenbar seinerzeit bei der Aufteilung des alten Sachsenhofes angelegt wurden als sechs gleichgroße Bauernsiedlungen. Da alle Güter und Höfe damals schon zum Reichen Almosen in Nürnberg gehörten, so mußte natürlich dieses Amt zur Verlegung des Pfarrhofes seine Zustimmung geben; in diesem Sinne kann allein von einer Mitwirkung der „Nürnberger“ die Rede sein. Den Wiederaufbau des Pfarrhofes an seiner jetzigen Stelle mußte der damalige Pfarrer Krepflein selbst besorgen. Aus einer Urkunde von 1451 wissen wir, daß diesem Pfarrer von dem Gumbertusstift in Ansbach ausdrücklich erlaubt wurde, verschiedene Einkünfte der Pfarrei aus Gülten und anderem zu veräußern, um damit die Baukosten zu bestreiten.

 Aber – so muß man wieder fragen – wo stand dann der alte Pfarrhof? Er war selbstverständlich möglichst nahe bei der Kirche. Wenn wir uns da im Dorfe umsehen, so gibt es nur eine Stätte,