Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/63

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und Brodswinden und des Kaplans von Lichtenau. Jeder der Beteiligten sollte aus der Stiftung einen bestimmten Betrag erhalten. Er starb wohl 1487.

1487 Wagner Johann Gosprecht, aus Schwabach. Er traf 1490 ein Abkommen mit den Heiligenpflegern von Sachsen über seinen Anteil an den Opferspenden, die am Fest des hl. Stephanus (2. Weihnachtsfeiertag) in der Kirche zu Sachsen anfielen. Am 24. Juni (Johannistag) 1491 hielt er bei der Einweihung der Sebastianskapelle die erste Messe. Er wird noch 1495 und 1498 erwähnt.

1501 Heiden Konrad. Er kommt in einer Urkunde vom 13. August 1501 vor (Bischöfliches Archiv zu Würzburg).

1502 Scheuch Jobst (Jodocus), wohl aus Rothenburg und ein Verwandter des Stiftsdekans Stephan Scheuch († 1484). Sein Name erscheint bei der Abhör der Gotteshausrechnungen in Sachsen. Gelegentlich wird er als „Schulherr des Stifts Onolzbach“, also als Leiter der dortigen Stiftsschule, bezeichnet.

1511 Keller (Kellner) Paulus, genannt „Küchenmeister“, weil er offenbar im Stift zu Ansbach die Verwaltung des Küchenwesens mit allem Zubehör unter sich hatte. Um die geistliche Versorgung seiner Pfarrkinder hat er sich wenig gekümmert, weshalb sich die Bewohner von Sachsen, Volkersdorf, Lichtenau und Büschelbach beim Rat der Stadt Nürnberg darüber beschwerten, das er sie durch seine Verweser so übel versehen lasse. In der Tat fand damals ein steter Wechsel unter diesen, offenbar recht schlecht besoldeten Vikaren statt. Aber erst mit der Einsetzung des Pfarrverwesers Jakob Hoffmann und mit der Einführung der Reformation im Jahre 1528 wurde es besser. Doch durfte Keller die Pfründe in Sachsen noch bis an sein Lebensende (1539) beibehalten. Das Kapitel der Domherren, soweit solche noch vorhanden waren, wählte sogar noch einen Nachfolger:

1540 Seehofer Rochus. Wird 1543 als „Chorherr und rechter Pfarrer“ von Sachsen erwähnt. Er starb 1554.


Als Vikare oder Pfarrverweser – sie werden gelegentlich auch Pfarrer genannt – lernen wir erst aus der letzten Zeit vor der Reformation einige Namen kennen, meist aus den Kirchenrechnungen.

1503 Weiß Konrad, „Kleriker“.

1504 Urban, „Vicarius“.

1506 Vogelsang Konrad, „Vicecuratus“ (= Verweser).

1510 Hydlar Urban, Verweser.