Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/68

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technischen Hilfsmitteln einerseits und bei der Sorgfalt der Arbeit anderseits sehr langsam zu bauen. Die Kirche selbst, bei der anscheinend nur der Dachstuhl niedergebrannt war, wurde noch im Jahre 1451 fertiggestellt. Die Wiederweihe derselben vollzog der Weihbischof Johannes (eigentlich Bischof von Accon in Palästina, aber an der Ausübung seines Amtes durch die Türken verhindert); er tat es im Auftrag des zuständigen Bischofs von Würzburg, Gottfried Schenk von Limburg.


d) Das Innere der alten Kirche.

 In alter Zeit gab es in den Gotteshäusern weder Emporen noch Bänke. Man pflegte bei den Gottesdiensten zu stehen und bei bestimmten Anlässen zu knien. Der Boden war vermutlich mit Sandsteinplatten belegt. Die Decke der Kirche bestand jedenfalls aus Holz, wie es der Art einer Basilika entsprach. Anfangs war sicher nur ein Altar vorhanden, der zuerst in der halbrunden Apsis stand und später in dem neuerbauten, stattlichen Chor. Nach und nach kamen aber zu dem Hauptaltar noch Seitenaltäre, ähnlich wie man es heute noch in katholischen Kirchen wahrnehmen kann. Das Salbuch der Pfarrei von 1450 zählt fünf Altäre aus:

 Der Hauptaltar im Chor der Kirche war geweiht – offenbar im Jahre 1323 – zu Ehren der hl. Jungfrau, des hl. Alban und des hl. Stephanus. Es waren also zu dem ursprünglichen Kirchenheiligen, dem hl. Alban, noch hinzugekommen die hl. Jungfrau Maria, deren Verehrung sich die damalige Zeit besonders angelegen sein ließ, und der hl. Stephanus, dem wenigstens in Sachsen große Ehre widerfuhr. Im Altar waren, wie damals üblich, allerlei Reliquien (Überreste der Heiligen und andere Heiligtümer) verwahrt, an erster Stelle ein „Sanctuarium Albani“, ein Heiltum des hl. Alban, weiter Reliquien des Stephanus, des Laurentius, Vitus, Modestus, Sebastian, Gumbert, Mauritius, der hl. Katharina, Juliane, Agathe, Maria Magdalena, der 11000 Jungfrauen und „anderer Heiligen“.

 Der zweite Altar, der wohl seitlich an der vorderen Kirchenwand beim Eingang in den Chor stand, enthielt Überreste des Apostels Bartholomäus, ein Stück vom Holz des heiligen Kreuzes, Reliquien von der Jungfrau Katharina, von den 11000 Jungfrauen und vom „Bekenner“ Antonius.

 Der dritte Altar, vermutlich auf der Gegenseite beim Eingang in den Chor, war geweiht zu Ehren der Apostel und Evangelisten und enthielt Überreste von Bartholomäus, Christophorus, den 10000 Märtyrern, von Bischof Erhard und dem Märtyrer Mauritius.