Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/71

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 a) Acker, zum Teil von größerem Umfang, am Kalkofen bei Alberndorf, am hohen Weg, am krummen Berg, an der Hutklingen bei Eyb, der Bergacker zu Untereichenbach, ein Acker am kurzen Aßwing und in der Haid.

 b) Wiesen: Die Aigenwiesen, eine Wiese zu Waltendorf, je eine bei Lichtenau, zu Bechhofen, an der Streitfurt, und die Sandwiese. Dazu der „Heiligengarten“ am Kirchhof und ein Garten am Weickersbach.

 c) Gülten, Zinsen und andere Abgaben von Gütern, Häusern und einzelnen Grundstücken zu Steinbach, Gösseldorf, Weiherschneidbach, Neubrunn, Winterschneidbach, Unterrottmannsdorf, Boxbrunn, Hirschbronn, Volkersdorf (4 Güter), Sachsen (ebenfalls 4 Güter). Durch anfallende Stiftungen und wohl auch durch Überschüsse aus den jährlichen Einkünften war die Kirche in den Stand gesetzt worden, dieses stattliche Vermögen anzusammeln, wenn uns auch im einzelnen nur spärliche Mitteilungen überliefert sind. Als Beispiel sei angeführt, daß das Gotteshaus i. J. 1415 von den Brüdern Kunz und Fritz Holzinger zu Colmberg eine Hofrait in Volkersdorf käuflich erwarb.

 Meist waren die Pachtleistungen und die Abgaben von den Gütern in Geld vereinbart. Mehrfach finden sich aber auch Getreidelieferungen und andere Naturalabgaben. Beliebt war die Forderung von Wachs und Unschlitt für die Herstellung von Kirchenkerzen. So fielen in dem genannten Jahre 1432 im ganzen 14 Pfund Wachs und 75 Pfund Unschlitt an. Ähnliche Einkünfte besaß die Kirche zu Immeldorf. Diese war verpflichtet, von ihren Wachseinkünften jährlich 11/2 Pfund in das Kloster nach Heilsbronn zu senden und dafür große und kleine Hostien einzutauschen, die dort hergestellt wurden, die großen für die Feier der Messen, die kleinen für die Feier des hl. Abendmahls. Die Hostien mußten für Immeldorf und Sachsen reichen.

 Zu diesen Einnahmen aus dem Kirchengute kamen noch allerlei Opfer an Geld und Naturalien, besonders Käse, Flachs u. ä. Die Opfer fielen regelmäßig an gewissen Festtagen an, wie Kirchweihfest, St. Albanstag, Stephanstag.

 Es ist schon im vorhergehenden Abschnitt ausgeführt worden, daß das Kirchenvermögen eine schwere Einbuße erlitt, als nach dem großen Brande von 1449/50 die Kirche wieder hergestellt und der Turm ganz neu gebaut werden mußte. Um dazu die Mittel beizuschaffen,