Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/74

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ein gleiches Recht beanspruchte, ergaben sich viele Streitigkeiten, wie später noch berichtet werden wird.

 Zur Rechnungsabhör gehörte ehedem auch eine entsprechende „Zehrung“, bei der sich die Gotteshauspfleger samt den abhörenden Herren mit Speisen und Getränken gütlich tun durften. Es ging dabei stets hoch her, und der erste Posten unter den Ausgaben in der nächsten Rechnung erreichte immer eine beträchtliche Höhe. Immer wieder ergingen darum im Laufe der Zeit Weisungen der vorgesetzten Stellen, dabei das richtige Maß einzuhalten. So heißt es 1425, daß nicht mehr als ein halber Gulden (Geldwert für heute etwa 20 RM) verzehrt werden dürfe; was darüber hinausging, hätten die Beteiligten selbst zu bezahlen.

 Rechnungen sind im Archiv der Pfarrei Sachsen erst seit dem Jahre 1495 vorhanden, aber bei weitem nicht vollzählig.

 Am Ende der alten Zeit um 1511 besaß die Kirche von Sachsen folgende Grundstücke:

2 Tgw. Wiesen am Steinfurt (bei Volkersdorf).
2 Tgw. Wiesen, am Sand gelegen (bei Volkersdorf).
1/2 Tgw. Wiesen am Steinfurt.
1 Morgen Acker und Wiesflecklein am Kalkofen bei Alberndorf.
1 Morgen Acker und 1 Wiesflecklein (Ort nicht angegeben).
3 Tgw. Wiesen an der „Selwend“.
1/2 Tgw. Wiesen auf der Treib (wohl bei Volkersdorf).
1 kleines Wiesflecklein bei Rutzendorf, „ist um Gottes willen an das Gotteshaus gegeben“ (sog. Kirchturmspitze).
3 Tgw. Wiesen bei Bechhofen „bei der Teufelswag“.

 Neben diesen Grundstücken werden in dem Verzeichnis von 1511 noch verschiedene Abgaben benannt, die auf Grundstücken anderer Leute ruhten und an die Kirche zu leisten waren; so von 9 Grundstücken 10 Pfund Wachs, von einem Acker am Mühlrangen 1 Maß Wein als „Speisewein“ am Gründonnerstag, außerdem noch geringe Geldleistungen.

 Über das Kirchengut in neuerer Zeit wird S. 209 berichtet werden.


16. Die Kirche in Neukirchen

 Da die „Kirche“ dem Orte den Namen gab, ist als sicher anzunehmen, daß dort schon sehr früh eine Kapelle oder Kirche errichtet wurde, wenn nicht gleichzeitig mit der Gründung der Ortschaft, so doch bald darauf. Erbauer waren vermutlich die Herren von Vestenberg. Als