Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/87

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Kirche des heiligen Gumbertus pilgerte. So wird auch aus der Pfarrei Sachsen mancher Pilgerzug nach Ansbach oder anderswohin gewandert sein.

 Ein eigentümlicher Brauch war der „Johannis-Segen“. Am dritten Weihnachtsfeiertag, der ja dem Andenken des Apostels Johannes gewidmet war, wurde ein Kelch mit Wein in der Kirche gesegnet und in Erinnerung an den Apostel der Liebe, den Lieblingsjünger Jesu, die Johannes-Minne (Johannes-Liebe) getrunken. Dadurch erwarb man sich den Johannes-Segen, der vor Unheil, besonders auch aus Reisen, schützen sollte.

 Das „Ewige-Licht“, das man heute noch in allen katholischen Kirchen trifft, brannte damals auch in unseren Kirchen und zum Teil sogar in Kapellen als ein schönes Sinnbild des ewigen Gotteslichtes, das in Christo in der Welt erschienen ist und uns den Weg zum ewigen Himmelslicht erleuchtet. Der Ritter Konrad von Heideck hatte 1277 ein solches Licht für die Oswald-(Kunegunden-)Kapelle in Sachsen gestiftet.

 Gern richtete man Kreuze und Martern draußen an Wegen in freier Flur auf. Solch ein Kreuz stand auf dem Kreuzweg bei Steinhof und an der Straße von Neukirchen nach Wicklesgreuth („des Wiglas Kreuz“, wie es in alten Schriften genannt wird). Eine Marter, d. h. eine Steinsäule mit eingemeißelten Bildern von Heiligen oder von Christi Leiden, wurde oft zur Erinnerung an einen Unglücksfall errichtet. Am Wege nach Hirschbronn in der Nähe von Sachsen befand sich eine solche Marter, von der heute noch der Flurname „Marterwasen“ Zeugnis gibt; ebenso am Külbinger Kirchenweg beim Ausgang aus dem Walde oberhalb Külbingen, wo auch die „Kirchfichte“ stand.


e) Kultus-Gegenstände

 Wir besitzen leider kein Verzeichnis davon, was einst in der Kirche von Sachsen an heiligen Geräten und Gefäßen, Gewandungen und Bildern vorhanden war. Als Ersatz mag ein Verzeichnis aus der Kirche von Immeldorf dienen, das aus dem Jahre 1431 stammt und das wir uns für Sachsen nur in wesentlich größerem Umfang zu denken haben. Danach gab es in Immeldorf:

2 Meßbücher, 1 Gradual (Buch mit Meßgesängen), 1 Psalter.
1 kleines Meßbuch.
3 Meßgewänder mit ihren Zugehörungen. :2 vergoldete Kelche mit Patenen (Hostientellern).
1 silberne Büchse zum Sakrament (zur Aufbewahrung der geweihten Hostien als „Leib des Herrn“), mit einem kleinen Büchslein darin und einem silbernen Löffel.