Seite:Georg Rusam - Grundlagen und Anfänge kirchlicher Organisation an der mittleren Rezat (Fortsetzung).pdf/18

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in keiner Weise zusammen, ist vielmehr durch den großen Wald völlig von ihm getrennt; gleichwohl blieb es bis gegen das Ende des Mittelalters fest mit der Pfarrei Großhaslach verbunden und besaß nicht einmal eine Filialkirche. Dieser abnorme Zustand läßt sich nur dadurch erklären, daß hiefür die gleiche Herrschaft wie in Großhaslach zuständig war, wofür auch die Wohnsitze derselben in Mausendorf und Umgebung sprechen. Der weitere Schluß erscheint dann nicht abwegig, daß den Vestenbergern auch der Südrand des Heilsbronner Waldes gehörte und daß sie diesen besiedelten.

 Das Herrengeschlecht von Schalkhausen wird urkundlich erst 1157 erwähnt. Der königliche Schirmvogt des Gumbertusklosters, Friedrich von Rothenburg, hatte die beiden Wolfram von Schalkhausen, den älteren und den jüngeren, als Untervögte über das Stift eingesetzt. Wie lange schon zuvor dieses Geschlecht in Schalkhausen saß, ist unbekannt; nur ein umfangreicher Erdwall zeugt heute noch von ihrer Burgstelle. Später nahmen dann die Herren ihren Sitz auf der Bergnase oberhalb des jetzigen Dörfleins Dornberg und legten dort eine stattliche Burg an. Das große Besitztum dieses Geschlechtes, wie es sich bei seinem Aussterben 1288 zeigte, berechtigt zu der Annahme, daß wir es hier ebenfalls mit einer alten Herrschaft zu tun haben, wenn wir auch leider nichts davon wissen. Als alte Herrschaft könnte sie dann auch eine Siedlungstätigkeit entfaltet haben, etwa in Neudorf, Steinersdorf, Hinterholz, Tiefental und Lengenfeld, und sicher am Dornberg. Doch schwebt alles im Ungewissen, zumal nicht erkennbar ist, ob bei den genannten Orten ursprünglich klösterlicher Grund und Boden vorliegt, wofür die nachmalige kirchliche Zugehörigkeit der Pfarreien Neunkirchen und seiner Filialen Schalkhausen und Elpersdorf zum Gumbertusstift spricht.

 Dr. Weigel benennt dann noch die Herren von Eyb in diesem Zusammenhang[1]. Er hält es für möglich, daß der Name Eyb von einem Herrn, namens „Ebo“ stamme und daß dieser ein Schirmherr des Klosters zu Ansbach gewesen sei, ja daß das Geschlecht „etwa auf Gumbert zurückgehen könnte“. Einem Herrn von Eyb habe dann Karl der Große die ausgesiedelten Sachsen zur Ansässigmachung überwiesen, und mit diesen Sachsen sei weiterhin die Rodung der noch kaum besiedelten Rezatstrecke Eyb–Immeldorf in die Wege geleitet worden. Diese mit ziemlicher Bestimmtheit vorgetragene Hypothese muß in allen ihren Teilen als den Tatsachen widersprechend abgelehnt werden. Der Name „Eyb“ kann sprachlich nicht von „Ebo“ abgeleitet werden, vielmehr weisen die alten Namensformen „Ibe“ und „Ywen“ eindeutig auf die „Eibe“ hin, ähnlich wie in Eibach und Eibenberg, und stellen den Namen in Parallele mit analogen, aus Baumnamen gebildeten Formen wie Buch, Aich, Tann, Birk, Feucht (Fichte) u. a. Von einem Geschlecht der Herren von Eyb ist in alter Zeit überhaupt nichts bekannt, und auch später hatte es im Rezatgebiet keinen größeren Besitz. Der örtlichen Lage nach kann Eyb nur als Spätsiedlung angesprochen werden. Die „Ebonen“ mit der Sachsensiedlung in Verbindung zu bringen, entbehrt jeder geschichtlichen Unterlage. Den angesiedelten Sachsen eine kolonisierende


  1. Weigel 16, 25.