Seite:Georg Rusam - Grundlagen und Anfänge kirchlicher Organisation an der mittleren Rezat (Fortsetzung).pdf/32

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wurde Eyb erst 1482. Eine Filiale der Pfarrei St. Johannis in Ansbach scheint Eyb nie gewesen zu sein. Der Umstand, daß das über Eyb hinausliegende Kaltengreuth zur Pfarrei Ansbach geschlagen wurde statt zu Eyb,[1] läßt sich leicht daraus erklären, daß die Eyber Kirche im Eigenbesitz der Herren von Eyb stand, weshalb das Gumbertusstift seine – sicher sehr späte – Rodung in Kaltengreuth mit den Klosteruntertanen nicht dahin verweisen wollte, sondern sie lieber der ihm selbst eigenen Pfarrei in Ansbach einverleibte.

 Das Pfründeeinkommen der Pfarrei war von jeher äußerst dürftig: fast kein Grundbesitz, nur ein geringer Zehnter, lediglich ein größeres Getreidereichnis vom Stift zu Ansbach.


8. Kleinhaslach-Bürglein

 Obwohl beide Orte weder zum Siedlungsgebiet der mittleren Rezat, noch zum Bereich des alten Klosterbesitzes gehören, muß ihrer doch gedacht werden, da Dr. Weigel sie zum Beweis für seine Theorien beigezogen hat. Von Kleinhaslach sagt Weigel: „Ich erblicke hier die Seelsorgekirche des Krongutes beiderseits des Haselbaches“; eine kräftigere Entwicklung sei ihr allerdings versagt geblieben, sie habe aber doch den „Pfarrei-Mittelpunkt“ gebildet, der sich südwärts über Forst und Frankendorf, nordwärts über Dietenhofen und dessen weitere Umgebung erstreckte. Das sei zu erschließen aus dem fränkischen Ortsnamen „Haslach“ und dem fränkischen Patrozinium seiner Kirche. St. Martin, weiter aus der fränkischen Niederlassung „Forst“ mit seiner auf der Höhe über „Frankendorf“ gelegenen Fiskalkirche und ihrem Patron St. Stephan. Auch das Andreas-Patrozinium der Kirche zu Dietenhofen stimme dazu. Erst später sei Kleinhaslach zu einer Filiale von Dietenhofen herabgesunken und dieses habe dann seine Stelle eingenommen. Gegen diese Kombinationen Weigels ist schon bei der Patroziniumskunde und bei der Siedlungsgeschichte das Nötige gesagt worden. Der Auslaut eines Ortsnamens auf „ach“ gibt keinerlei Recht, auf fränkischen Ursprung zu schließen, zumal wenn es sich, wie hier, um einen Sammelbegriff handelt („Haslach“ = Haselgebüsch[2], ähnlich wie bei Birkach, Eibach, Lindach u. a.); die ganz ungünstige Siedungslage beweist vielmehr, daß Kleinhaslach sehr spät entstanden ist. Die Patrozinien des Martin, Andreas und Stephan können, aber müssen nicht alt sein; ein Krongut im Haslachtal ist eine Unmöglichkeit. Soweit man Kleinhaslach geschichtlich zurückverfolgen kann, war es stets ein Filial. Daß es einmal Mutterkirche von Dietenhofen gewesen sei, ist bei dem Alter und dem gewaltigen Umfang dieser Pfarrei vollkommen ausgeschlossen. Gegen eine frühe Entstehung der Kirche in Kleinhaslach spricht schon die Tatsache, daß bei der Pfründe sich so gut wie keine Grundstücke befinden, sondern lediglich ein mäßiger Zehnt aus dem Dorf und ein etwas größerer vom Filial Warzfelden. Ob Muck recht hat, wenn er schreibt[3], daß in Kleinhaslach


  1. Schöffel 137.
  2. Bacherler, Sammelblatt d. Hist. Ver. Eichstätt 1923.
  3. Muck II, 228 f.