Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.1 (1854).pdf/264

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griechischen Ruinen hingleiteten. Sonst hat man von ihm als Republicaner nichts zu fürchten.

Als Einleitungssätze zu dieser oder jener öffentlichen Zusammenkunft mögen diese Ouverturen gut geheißen werden. Das Volk will dabei so wenig wie möglich nachdenken. Es gibt noch dies und das vor Schauspielanfang, vor dem eigentlichen Concert abzumachen — da sind denn musikalische Allgemeinheiten, leichte, hübsch gestellte Redensarten am rechten Ort.

Das erste Violinthema der ersten Ouvertüre ist in der Art, wie sie durch Spohr und Weber bei Marschner, Reißiger, Wolfram[H 1] angeregt worden. Das zweite in der gewöhnlichen Durtonart der Oberterz nicht neu, aber gut singend. Der Mittelsatz aus der Figur im einleitenden Adagio entlehnt, gut eingefügt, wenn auch nicht hoch contrapunctisch. Etwas zu kurz abspringende Cadenz in der Wiederholung des ersten Violinthemas. Alles wie vorher in der transponirten Uebergangwendung nach dem zweiten hin. Anspannung durch ein più mosso. — Die zweite scheint nur eine Zwillingsschwester der ersten, sonst freundlich genug mit italiänischen Augen sehend. Hat man über die eine gesprochen, so läßt sich wenig über die andere sagen. Als schöner ist das zweite Thema auszuzeichnen. Die Sextolen im Adagio sind keine, sondern Triolen.[H 2] Wie oft soll man auf den Unterschied aufmerksam machen! –




Anmerkungen (H)

  1. [WS] Louis Spohr (1784–1859), Carl Maria von Weber (1786–1826), Heinrich August Marschner (1795–1861), Karl Gottlieb Reißiger (1798–1859), Joseph Maria Wolfram (1789–1839).
  2. [WS] Im Sinne einer musikalischen Orthographie werden 3er-Unterteilungen auf den Grundschlag bezogen geschrieben. Kalliwoda schreibt in einem 2/2-Takt (alla breve) Sextolen für den ganzen Takt, statt Triolen bezogen auf die Halben Noten – siehe im Klavierauszug S. 6 u.ö.