Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.2 (1854).pdf/15

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wir aber an eine Studie die Forderung stellen, daß sie etwas Besonderes bezwecke, eine Fertigkeit fördere, zur Besiegung einer einzelnen Schwierigkeit führe, liege diese in der Technik, Rhythmik, im Ausdruck, im Vortrage u. s. w.; finden sich untermischte Schwierigkeiten, so gehört sie dem Genre der Caprice an; dann thut man eben so wohl und besser, das Studium auf größere zusammenhängende Concertsätze zu verwenden, die in neuerer Zeit, wie bekannt, alle Arten Difficultäten enthalten und vollauf zum Studiren geben.

Die obige Forderung festgehalten, so kommen ihr, wie sich von dem auch als Lehrer geschätzten Componisten erwarten ließ, diese Miniaturetuden fast immer nach. Sollten manche solchen pädagogischen Schmeichelmitteln nicht hold sein, so sollen sie doch bedenken, daß man ein Kind, ein Mädchen nicht täglich mit Tonleiter- und Fingerübungen-Spiele quäle, sondern zur rechten Zeit etwas Tanzliches einstreue. Im Gegensatz daher zu manchem berühmten Claviermeister greifen wir den berühmten Satz, „junge Seelen sollen keine Tänze spielen sondern wo möglich gleich Beethoven,“ als falsch an (eben so wie den, daß sie nichts auswendig lernen sollen) und empfehlen diese Walzer als nützliche Intermezzi, als fingergut, artig, lebhaft und musikalisch. — Unter den Bässen des 9ten Walzers steht das Wort Cornemuse.[H 1] Wir erinnern uns genau, wie uns das Wort früher beunruhigte (die Etuden sind schon 8—10 Jahre alt), da wir etwas Musenartiges dahinter vermutheten,

Anmerkungen (H)

  1. [WS] Cornemuse, eine Sackpfeife, also Dudelsack. Musikalische Gattungen wie die Musette haben bestimmte musikalische Ausprägungen.