Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.2 (1854).pdf/234

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Franz Schubert’s letzte Compositionen.


Wenn Fruchtbarkeit ein Hauptmerkmal des Genies ist, so gehört Franz Schubert zu den größten. Nicht viel über dreißig Jahr alt geworden, hat er zum Erstaunen viel geschrieben, von dem vielleicht erst die Hälfte gedruckt ist, ein Theil noch der Veröffentlichung entgegensieht, ein bei weitem größerer aber wahrscheinlich nie oder nach langer Zeit erst in’s Publicum kommen wird.[H 1] Aus der ersten Rubrik haben sich wohl seine Lieder am schnellsten und weitesten verbreitet; er hätte nach und nach wohl die ganze deutsche Literatur in Musik gesetzt, und wenn Telemann verlangt „ein ordentlicher Componist müsse den Thorzeddel componiren können,“ so hätte er an Schubert seinen Mann gefunden. Wo er hinfühlte, quoll Musik hervor: Aeschylus, Klopstock, so spröde zur Composition, gaben nach unter seinen Händen, wie er den leichteren Weisen W. Müller’s u. A. ihre tiefsten Seiten abgewonnen. Dann sind es eine Menge Instrumentalsachen in allen Formen und Arten: Trio’s, Quartetten, Sonaten, Rondo’s, Tänze, Variationen, zwei- und vierhändig, groß und klein, der wunderlichsten Dinge voll, wie der seltensten Schönheiten; die Zeitschrift

Anmerkungen (H)

  1. [GJ] II.108: Eine kritische Gesammt-Ausgabe der Werke Schuberts erscheint jetzt bei Breitkopf & Härtel. Commons