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Aus den Büchern der Davidsbündler.
I. Sechszehn neue Etuden.


Das Titelblatt hat sich verloren und ich kann ohne alle Amorbinde und Blende recensiren: denn Namen machen unfrei, und Personalienkenntniß vollends. Sollten die Etüden daher von Moscheles sein, so fürchte ich nicht, sie zu sehr tadeln zu müssen wegen Charakterschwäche, — oder von Chopin, so soll mich sein schwärmerisch Auge nicht verführen, — oder von Mendelssohn, den spür’ ich tausend Schritte weit in den Fingern und sonst, — oder von Thalberg, so soll er die Wahrheit erfahren, — oder gar von dir, Florestan, der du uns am Ende einmal mit „Violinetuden für Clavier“[H 1] überraschen wirst, wie du deren schon orchesterartige gesetzt, so soll unsern Goliathen nichts verschwiegen bleiben. Nachdem ich einen prüfenden En-gros-Blick in das Heft geworfen (ich halte viel von der Notengestaltmusik für’s Auge), so gesteh’ ich, daß es wohl nicht

Anmerkungen (H)

  1. [WS] Hier spricht sich Schumann selbst als Florestan an. Gemeint sind seine je sechs Studien nach Capricen von Paganini op. 3 (1832) und op. 10 (1833) für Klavier. Schumann verwendete die Pseudonyme Florestan und Eusebius auch für die Titelblätter seiner Kompositionen (Opus 6, 9, 11 und 13) und deren Ankündigung. Siehe z. B. Neue Zeitschrift für Musik, 1838, Bd. 8, Nr. 5, S. 20. Internet Archive