Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.3 (1854).pdf/168

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Nr. 12 endlich ist ebenfalls eine Umarbeitung der letzten Etude der älteren Arbeit und die ursprünglich in 4/4tel Tact gesetzte Melodie in 6/8tel umbrochen; sie bietet eine Menge der schwierigsten Begleitungsarten, man weiß oft nicht, wo die Finger hernehmen. Die Nummern 6, 8 und 11 der Hofmeister’schen Ausgabe sind in der neuen übergangen (an deren Stelle jene drei neuen getreten); vielleicht bringt sie Liszt noch in folgenden Heften, da er doch wohl den ganzen Kreis der Tonarten bearbeiten will.

Wie wir sagten, man muß alles dies von einem Meister, wo möglich von Liszt selbst hören. Vieles würde uns freilich auch dann noch beleidigen, vieles wo er aus allen Randen und Banden herausgeht, wo die erreichte Wirkung doch nicht genug für die geopferte Schönheit entschädigt. Aber mit Verlangen sehen wir seiner Ankunft entgegen, die er uns den nächsten Winter zugesagt.[H 1] Gerade mit diesen Etuden hat er bei seiner letzten Anwesenheit in Wien so erstaunlich gewirkt. Große Wirkungen setzen aber immer auch große Ursachen voraus, und ein Publicum läßt sich nicht umsonst enthusiasmiren. So bereite man sich durch vorläufige Durchsicht der beiden Sammlungen auf den Künstler vor, die beste Kritik wird er dann selbst geben am Clavier. –



Anmerkungen (H)

  1. [GJ] Die neue Zeitschrift hatte bereits unterm 8. Juni 1838 Google folgende Einladung an Liszt, der damals in Wien war, erlassen:
    An Hrn. Franz Liszt.
    Auf ein Blatt mehr oder weniger im Lorbeerkranz kommt es einem Sieggewohnten nicht an. Indeß müßte man die Bescheidenheit des Feldherrn tadeln, der den Ruhm seiner Siege nur auf einen einzigen Ort beschränkte. Hr. Liszt ist so nahe an Nord-Deutschland; er komme zu uns! Mit offenen Armen wird man ihn empfangen und festhalten, so lang es Liebe und Bewunderung vermögen.
    Dies im Namen unsrer Freunde und Aller.
    Florestan und Eusebius.“ II.200 Commons