Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.3 (1854).pdf/178

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Sei’n Sie uns herzlich willkommen und nehmen Sie mit einfachen, stillen Leuten vorlieb, Sie bester, alter

Freund Berger
aus Berlin.

Er ging seiner Schülerin nur wenige Monate voraus, im Februar dieses Jahres. Es findet sich in Henriettens Tagebüchern ein Gedicht über den Todesfall, und darin folgende Stelle:

Immerdar künd’ ich mit Lust, was Du uns als Denkmal gelassen,
Was du begeistert schufst, was Du, ein Künstler, uns gabst.
Höheren Strebens erfüllt, blieb fremd Dir das Niedre, Gemeine,
Was aus der Brust Dir quoll, mahnt an die bessere Zeit,
Wo noch die heilige Kunst, veredelnd die Herzen der Menge,
Nicht nur durch äußeren Glanz Sänger und Hörer verband.
Schmerzlich erfüllt uns das Bild, auch Du zur Ruhe gegangen,
Einer der Wenigen noch, die da geschützet ihr Recht – –
 Am 24. Febr. 1839.[H 1]

Besser als ich vermag, charakterisirt sie sich selbst in ihren Tagebüchern.

31. August 1836. – Ich kann mir nicht helfen – ich sehe das jetzige Treiben und Schaffen der Musik nur als eine Durchgangsperiode an (Ausnahmen lasse ich gelten), woraus sich noch Besseres und Klareres entwickeln muß – es ist ein Kämpfen und Ringen, aber der Sieg liegt wohl noch weit. –

10. Septbr. 1836. – Warum erlernt man heut zu Tage so viele Sprachen? wahrlich um mit vielen Zungen dieselben Fadaisen zu reden – wenn doch Jeder erst seine Muttersprache richtig spräche und schriebe! –

Anmerkungen (H)

  1. [GJ] Ein paar kleine Aenderungen des Originals rühren von Schumanns Hand her. II.211 Commons