Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.3 (1854).pdf/197

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die Schwierigkeiten, die Mittel zu größeren Aufführungen zusammenzufügen, um es zu verzeihen, daß man da, wo Schubert gelebt und gewirkt, außer seinen Liedern von seinen größeren Instrumentalwerken wenig oder gar nichts zu hören bekommt. Wer weiß, wie lange auch die Symphonie, von der wir heute sprechen, verstaubt und im Dunkel liegen geblieben wäre, hätte ich mich nicht bald mit Ferdinand Sch. verständigt, sie nach Leipzig zu schicken an die Direction der Gewandhausconcerte oder an den Künstler selbst, der sie leitet,[H 1] dessen feinem Blicke ja kaum die schüchtern aufknospende Schönheit entgeht, geschweige denn so offenkundige, meisterhaft strahlende. So ging es in Erfüllung. Die Symphonie kam in Leipzig an, wurde gehört, verstanden, wieder gehört und freudig, beinahe allgemein bewundert. Die thätige Verlagshandlung Breitkopf und Härtel kaufte Werk und Eigenthum an sich, und so liegt sie nun fertig in den Stimmen vor uns und vielleicht auch bald in Partitur,[H 2] wie wir es zu Nutz und Frommen der Welt wünschten. –

Sag’ ich es gleich offen: wer diese Symphonie nicht kennt, kennt noch wenig von Schubert, und dies mag nach dem, was Schubert bereits der Kunst geschenkt, allerdings als ein kaum glaubliches Lob angesehen werden. Es ist so oft und zum Verdruß der Componisten gesagt worden, „nach Beethoven abzustehen von symphonistischen Plänen,“ und zum Theil auch wahr, daß außer einzelnen bedeutenderen Orchesterwerken, die aber

Anmerkungen (H)

  1. [GJ] Mendelssohn. II.230 Commons
  2. [GJ] Die Partitur erschien 1849. II.230 Commons