Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.3 (1854).pdf/28

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Zweite Reihe.
Julie Baroni-Cavalcabó, 2te Caprice. Werk 12. – J. P. E. Hartmann, 4 Capricen. Werk 18. 2tes Heft. – W. Sterndale Bennett, 3 Skizzen. Werk 10. – W. Sterndale Bennett, 3 Impromtus. Werk 12. – W. Sterndale Bennett, 3 Romanzen. Werk 14.


Der jungen Componistin, die wir oben zuerst genannt, einer Schülerin von Mozart’s Sohn, sind wir von jeher mit besonderem Interesse gefolgt; sie hat neben Clara Wieck und Delphine Hill-Handley die reichste musikalische Ader unter denen ihrer Zeitgenossinnen, die sich in die Oeffentlichkeit gewagt, dabei Sinn für Form, Verhältnisse und Steigerung, und, was sich in ihren Compositionen für Gesang noch mehr zeigt, viel Empfindung und melodischen Ausdruck. Aus der obigen Caprice wünschte ich, sie unbedingt gelten zu lassen, nur den langsamen Satz weg, der zu wenig bestimmten Gesang hat und sich in allgemeinen Czerny’schen Passagen verflacht, die ein für allemal besser ungedruckt blieben. Dagegen findet man im andern [Satz][H 1] durchgängig Leben und Bewegung, frische Rhythmen und in einzelnen Stellen feinere Arbeit, während andere noch so sehr geschätzte Spielerinnen sich am liebsten in großen Dreiklängen und umschreibenden Läufen über die Claviatur weg ergehen. Schwer ist die Caprice übrigens auch, spielt sich aber überaus gut. Man zeichne sich den Namen der Componistin ins Gedächtniß.

Anmerkungen (H)

  1. [WS] eine Ergänzung von GJ. Commons