Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.3 (1854).pdf/78

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Notenblätter verpallisadirt und nur froh ist, nicht geradezu umzuwerfen. Hierin ist Wien einzig, man gebe ihm nur zu singen und es schmettert lustig wie aus einer Canarienhecke. Die Soloparthieen wurden zwar nicht von den bekannten ersten Notabilitäten der Stadt vertreten, doch hinreichend gut; einzelne, wie der Baß, sogar ausgezeichnet.[H 1] Wie ich schon geschrieben, geschah die Aufführung auf Veranlassung der Gesellschaft der Musikfreunde, dieses höchst ehrenwerthen Vereins, der in neuerer Zeit ein sehr frisches Leben entwickelt. Besondere Erwähnung verdiente wohl auch Hr. Dr. Edler von Sonnleithner, durch dessen rastlose Bemühungen zumal die Aufführung gelang; denn man glaubt kaum, was hier dazu gehört, ein Orchester von 100 Köpfen zusammenzubringen, während übrigens bei mehr Zusammenhaltung und Beherrschung der Kräfte leicht 1000 und mehr in’s Feld gestellt werden könnten. Ehre also allen denen, die dies Werk, diesen Juwel der Gegenwart, ihrer und des Werkes würdig, mit so großer Lust und Liebe den hiesigen zahlreichen, und echten Kunstmenschen zur Schau gestellt. Die Frucht, auch für die Masse, wird nicht ausbleiben, und das „Wachet auf“ in mancher Seele wiederhallen. Schon spricht man auch von einer zweiten und dritten Aufführung. –



Anmerkungen (H)

  1. [GJ] Den Baß sang Julius Krause, Tenor Schmidbauer, Sopran Leopoldine Tuczek, Alt Agnes Bury; J. B. Schmiedel dirigirte. Anmerkung 32, II.514 Commons