Seite:Geschichte Dithmarschens Kolster 1873.pdf/108

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und zwei Bürgermeister, also die gewöhnliche Zahl zwölf, wobei zwei Drittel den Ausschlag gaben. Konnte der Rath nicht einig werden, so nahm man sechs Bürger hinzu, so daß ein außerordentlicher Rath von achtzehn erwuchs. Von dem Rathe konnte man an die Achtundvierzig appelliren, nicht aber an das Kirchspiel, und diese Instanz wurde ersetzt durch jene sechs Bürger. Inzwischen fanden auch, wenn über Allgemeinwohl berathen werden sollte, Versammlungen der Bürger statt, und in diesen hatte der Bürgermeister und Rath nur ein einfaches Stimmrecht.

Nun wenden wir uns zur Eintheilung des Landes in fünf Döffte oder Kreise[1], wobei es gleich eine Schwierigkeit giebt, daß in der spätern Giesebert’schen Aufzeichnung des Landrechts nur von vier Döfften die Rede ist, da es doch scheint, daß von Anfang an fünf Döffte bestanden haben. Den Namen Döfft leitet man ab von döpen, taufen, indem jene Bezirke anzusehen sind als eine Vereinigung von Taufkirchen, obgleich wir nicht so ganz gläubig diese Ableitung annehmen; auffallend ist es jedenfalls, daß die Wilstermarsch in Duchte eingetheilt ist, und vielleicht steckt sowohl in dieser als in jener Eintheilung etwas, was auf das Kriegswesen hindeutet; vielleicht könnte man sich bei den Namen an Deft, deftig[2] erinnern. Doch wollen wir, so lange wir nichts Besseres zu geben wissen, lieber beim Alten bleiben. – Wir gehen jetzt zur Aufzählung derselben.

  1. Das Meldorfer Döfft: dieses zählt zu sich Windbergen, welches früher eine Kapelle von Meldorf war, und Barlt.
  2. Das Osterdöfft. Dieß begriff die Kirchspiele Hennstedt, Delve, Tellingstedt und Albersdorf. Die bewaffnete Mannschaft dieser beiden Döffte versammelte sich um Pfingsten auf der Heide zur Heerschau.
  3. Das Westerdöfft. Dazu gehörte Büsum, Weslingburen, Oldenwörden und Nienkerken.
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 89. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/108&oldid=- (Version vom 14.6.2018)
  1. Excurs XVIII: Die Zahl der Döffte.
  2. Vgl. die Meldorfer Schulprogramme von 1851 und 1852.