Seite:Geschichte Dithmarschens Kolster 1873.pdf/30

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von Dietrich Carstens, Sohn des Predigers Johann Carstens zu Windbergen; daselbst geboren 1693. Er ward 1732 Diakonus zu Wörden, woselbst er als erster Prediger 1760 starb. Vielen ist er schon bekannt als ein solcher, der bedeutende Funde an Chroniken gethan haben soll. Er hatte die Kirchengeschichte sich zum Ziele gesetzt, und hatte schon, als er zum Diakonus erwählt war, eine Handschrift in Arbeit, worin er die Kirchengeschichte Dithmarschens von Anfang an bis auf das Jahr 1679 geführt hat. Der lange Titel derselben fängt an: „Dithmarschens Kirchengeschichte, worin von der ersten Verkündigung des Evangelii u. s. w. gehandelt wird“, 313 Seiten in Folio, eng geschrieben. Nach der Vorrede war dieselbe vom Verfasser dem Drucke bestimmt, wovon ihn aber abschrecken mochte, daß fast gleichzeitig zwei größere Werke dieses Inhalts erschienen: Anton Viethens Beschreibung des dithmarsischen Landes, Hamburg 1733 und Hellmanns (Pastor zu Marne) kurzgefaßte süderdithmarsische Kirchengeschichte, ebendaselbst 1735. Die in diesen gesammelten Dinge mögen Carstens zu einem neuen Studium seiner vaterländischen Kirchengeschichte angetrieben haben, und so beginnt er nach einigen Jahren eine neue Handschrift, wo wir ihn ganz unerwartet mit einer Menge Hülfsmittel ausgerüstet finden, mit Handschriften der wunderbarsten Fülle und Neuheit. Unter diesen heben wir nun folgende heraus: Johann Russe’s Chronik, 85 Hefte in Folio, von der er freilich selbst sagt, daß sie ohne Namensunterschrift gewesen sei; daß er aber am Ende den Namen Johannes gefunden habe, mit dem Hinzufügen, soeben hätte man dem dänischen Herrn vor Meldorf den Absagebrief gesandt, so daß es scheint, als wäre Johann Russe gleichsam aus dem Studierzimmer auf das Schlachtfeld geeilt, wo er nach allgemeiner Meinung seinen Tod gefunden habe. Dieß würde freilich übel stimmen mit unserer Nachricht von jenem Mann, daß er nur gesammelt, nicht selbst ausgearbeitet habe. Das Zweite wäre die einzig wahre und zuverlässige Chronik der Voigtemanns, einer der ersten Familien des Landes: 3 Alphabete und 5 Bogen auf Pergament, 2 Alphabete und 4 Bogen auf Papier stark; sie habe geendigt mit dem

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/30&oldid=- (Version vom 14.6.2018)