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     Wann klingst du, Lied vom braven Man,

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Wie Orgelton und Glockenklang?

Wolan! So nenn’ ihn, nenn’ ihn dann!
Wann nenst du ihn, o braver Sang?
Bald nahet der Mitte der Umsturz sich.
O braver Man! braver Man! zeige dich!

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     Rasch galloppirt’ ein Graf hervor,

Auf hohem Ros ein edler Graf.
Was hielt des Grafen Hand empor?
Ein Beutel war es, vol und straf. –
„Zweihundert Pistolen sind zugesagt

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Dem, welcher die Rettung der Armen wagt.“


     Wer ist der Brave? Ist’s der Graf?
Sag an, mein braver Sang, sag an! –
Der Graf, beim höchsten Gott! war brav!
Doch weis ich einen bravern Man. –

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O braver Man! braver Man! Zeige dich!

Schon naht das Verderben sich fürchterlich. –

Empfohlene Zitierweise:
Gottfried August Bürger: Gedichte. Johann Christian Dieterich, Göttingen 1778, Seite 233. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gottfried_August_B%C3%BCrger_Gedichte_1778.pdf/298&oldid=- (Version vom 1.8.2018)