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     Die Fülle seines Lebens glänzt,

Wie Wein, von Rosen rund umkränzt.
Sein glüklich Weib, an seiner Brust,
Berauscht sich draus zu Lieb’ und Lust.

     Frohlockend blikt sie rund umher:

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„Wo sind der Männer mehr, wie Er?“

Fleuch, Zärtling, fleuch! Sie spottet dein.
Nur Er nimt Bett’ und Busen ein.

     Sie steht und fodert auf umher:
„Wo ist, wo ist ein Man, wie Er?“

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Sie, ihm allein getreu und hold,

Erkauft kein Fürst mit Ehr’ und Gold.

     Wie, wann der Lenz die Erd’ umfäht,
Drob sie mit Blumen schwanger geht:
So segnet Gott durch ihn sein Weib,

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Und Blumen trägt ihr edler Leib.

Empfohlene Zitierweise:
Gottfried August Bürger: Gedichte. Johann Christian Dieterich, Göttingen 1778, Seite 302. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gottfried_August_B%C3%BCrger_Gedichte_1778.pdf/371&oldid=- (Version vom 1.8.2018)