Seite:Gräfin Trixchen.pdf/38

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schwieg eine geraume Weile. „Was meinst Du, Kleines, wenn Du einmal Großpapa Lüders für längere Zeit besuchen wolltest? Er würde sich doch sehr freuen. – Bitte, keine Widerrede, Kind. Ich meine es nur gut mit Dir. Ihr müßt fürs erste getrennt werden. Es ist wirklich besser so. Dein Gehorsam wäre der beste Dank für mein Entgegenkommen, das ich in dieser Sache Dir zuliebe bewiesen habe.“

Da schlang Beatrix die Arme um der gütigen Mutter Hals und küßte sie innig auf den Mund.

„Gut, Mama, ich werde mich fügen. Ich weiß ja, daß ich Gerhard nicht vergessen werde,“ sagte sie leise.

„So liebst Du ihn wirklich so sehr?“

„Über alles, Mama,“ war die offene Antwort.

Wieder seufzte die Gräfin sorgenvoll auf. Sie ahnte, daß es noch harte Kämpfe geben würde, bevor sich ihres Lieblings Hoffnungen erfüllen, wenn diese überhaupt je Wirklichkeit wurden.




4. Kapitel.
Am Wendepunkt des Lebens.

Gräfin Sarma hatte sich sofort, nachdem ihre Tochter sie verlassen hatte, an ihren zierlichen Damenschreibtisch gesetzt und an ihren Vater nach Dresden einen langen, eingehenden Brief geschrieben, der bereits eine Stunde später als „Eilbrief“ zur Post gegeben wurde.

Der Erfolg blieb auch nicht aus. Am übernächsten Morgen traf bei Sarmas ein Schreiben des Geheimen Kommerzienrates v. Lüders ein, in dem dieser seinen Schwiegersohn bat, er möchte ihm doch Beatrix

Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 38. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/38&oldid=3325332 (Version vom 1.8.2018)