Seite:Gräfin Trixchen.pdf/45

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vor der Bank von Bellersen u. Hord zu erwarten.

Der Kassierer war aufs freudigste überrascht, als sein Schüler und Schützling ihm von der hochherzigen Geldspende erzählte. Als Gerhard aber eine Andeutung machte, daß er wohl nur Norgard allein dieses Glück zu verdanken habe, lehnte der eine solche Vermutung rundweg ab.

„Nein, lieber Gerhard, da sind Sie wirklich im Irrtum. Ich habe nur meinen Chef, Herrn Thomas Bellersen, für Sie zu interessieren gesucht. Der hat aber den Kopf mit geschäftlichen Sorgen so voll, dass er das längst wieder vergessen haben dürfte.“

„Mir ganz unverständlich, wer sonst an meine Person gedacht haben könnte,“ meinte der junge Kunstschlosser nachsinnend. „Was meinen Sie, Fritz,“ setzte er nach einer Weile hinzu, „ob ich nun das Geld wirklich für mich verbrauchen darf?“

„Aber selbstredend, lieber Freund, selbstredend! Sie werden sofort Ihre Stellung auf der Werft kündigen, und dann wird nach einem Programm, das wir beide entwerfen wollen, systematisch weitergearbeitet. Bei der nötigen Sparsamkeit können Sie mit dem Gelde gut ein Jahr auskommen. Und in der Zeit läßt sich vieles erreichen.“ –

Eine Viertelstunde später saßen sie zusammen in einem bescheidenen Restaurant an einem in einer Nische stehenden Tische, wo Norgard regelmäßig seine späte Mittagsmahlzeit einzunehmen pflegte. Ihr leise geführtes Gespräch drehte sich lediglich um die Zukunft des jungen Kunstschlossers. Jeden einzelnen Punkt beleuchteten sie von allen Seiten. Es gab da manches, was sehr zu überlegen war, besonders hinsichtlich der Fertigstellung des Motor-Modells, an dessen einzelnen Teilen Gerhard bisher nach seinen Zeichnungen in den Übermittagsstunden in den Werkstätten der Werft gearbeitet

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Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 45. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/45&oldid=3325339 (Version vom 1.8.2018)